§ 2 Kollektivarbeitsrecht / (4) Außergerichtliche Mediation und BEM
 

Rz. 492

Außergerichtliche Mediation kann immer auch im Rahmen eines BEM nützlich sein. Dabei kommt dem Präventionsgesetz (PrävG) eine große Bedeutung zu. Das PrävG will verhindern, dass Mitarbeiter arbeitsunfähig werden, das BEM hingegen hat zum Ziel, arbeitsunfähig gewordene Mitarbeiter vor erneuter Krankheit zu bewahren. Für die Anwendung einer außergerichtlichen Mediation ist deshalb das Vorliegen eines Konflikts Voraussetzung, der im Rahmen einer Mediation überwunden werden kann.

Ein derartiger Konflikt kann in der Durchführung eines BEM liegen, aber auch im Fall einer krankheitsbedingten Kündigung. Im letzteren Fall ist er vergleichbar mit jeder anderen Kündigung auch und dazu müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Im Falle der Durchführung des BEM ist es hingegen oftmals für alle Beteiligten erheblich schwerer zu erkennen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Zum einen steht beim Mitarbeiter eine Kündigung an, zum anderen ist es für den Arbeitgeber fraglich, ob der Mitarbeiter noch Interesse an dem Arbeitsplatz hat. Insofern ist ein hoher Bedarf an außergerichtlicher Mediation auch im Rahmen eines BEM gegeben.

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