§ 2 Kindschaftsrecht / b) Die Berücksichtigung des vollen Kindergeldes
 

Rz. 167

Bei volljährigen Kindern, also sowohl bei privilegiert volljährigen Kindern im Sinne des § 1603 Abs. 2 S. 2 BGB als auch bei anderen volljährigen Kindern wird das Kindergeld, sofern es gezahlt wird, in voller Höhe vom Bedarf abgezogen, § 1612b Abs. 1 S. 1 Nr. 2 BGB.

Dies betrifft im Übrigen auch solche minderjährigen Kinder, die entweder verheiratet sind oder die zwar unverheiratet sind, aber nicht von einem Elternteil, sondern von Dritten, etwa Großeltern, betreut werden.

 

Rz. 168

 

Rechenbeispiel

Berechnung nach Stand Düsseldorfer Tabelle vom 1.1.2018.

Einkommen Kindesvater M 3.000 EUR

Einkommen Kindesmutter F 2.500 EUR

Kind K, 18 Jahre alt, Schüler, lebt im Haushalt der Kindemutter

Bedarf des Kindes K nach dem zusammengerechneten Einkommen der Eltern 5.500 EUR (3.000 EUR + 2.500 EUR).

Einsetzbares Einkommen:

 
M: 3.000 EUR – 1.300 EUR (angemessener Selbstbehalt) = 1.700 EUR
F: 2.500 EUR – 1.300 EUR = 1.200 EUR
Gesamtes einsetzbares Einkommen:  
1.700 EUR + 1.200 EUR = 2.900 EUR
Unterhalt K:  
Bedarf 844 EUR – 194 EUR volles Kindergeld = 650 EUR
Anteil M: 650 EUR X 1.700 EUR : 2.900 EUR = 381 EUR
Anteil F: 650 EUR X 1.200 EUR : 2.900 EUR = 269 EUR

F erbringt in der Regel ihren Anteil durch Gewährung von Wohnung etc.; M hat den Barbetrag von 381 EUR zu leisten.

Hierüber ist natürlich eine Einigung möglich, wegen der Möglichkeit jederzeitiger Vollstreckung sinnvollerweise in Form einer Urkunde.

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