§ 19 Nachlassinsolvenz / V. Massemehrung – nicht ordnungsgemäße Verwaltung
 

Rz. 75

Die Statistik weist aus, dass nur die Hälfte aller Antragsverfahren zur Eröffnung kommen. Für den erfolgreichen Ablauf des Nachlassinsolvenzverfahrens ist deshalb von entscheidender Bedeutung, dass der Verwalter Ansprüche zugunsten der Masse aktiviert. Der Erbe selbst hat an der Eröffnung kein Interesse, da er zum einen den Nachlass schon ausgeplündert hat, zum anderen genügt ihm der Abweisungsbeschluss, um im Fall seiner Inanspruchnahme für Nachlassverbindlichkeiten die Dürftigkeit des Nachlasses durch Vorlage des Abweisungsbeschlusses nachweisen zu können.

Die Situation ist aber nicht so aussichtslos, wie es zunächst erscheint.

Ansprüche gegen den Erben und damit gegen dessen Eigenvermögen müssen stärkere Beachtung finden.

 

Rz. 76

Nimmt der vorläufige Erbe erbschaftliche Geschäfte wahr, muss er ebenso wie der endgültige Erbe die Regeln der ordnungsgemäßen Verwaltung beachten. Der Erbe hat dabei im Rahmen seiner Verwaltung auch die Interessen der Nachlassgläubiger zu wahren. Entsprechende Regelungen finden sich in §§ 1959, 1978, 1979 BGB i.V.m den Vorschriften der Geschäftsführung ohne Auftrag bzw. den Regeln zum Auftragsrecht.

 

Rz. 77

Auch Haftungsansprüche gegen den vorläufigen und den endgültigen Erben aus nicht ordnungsgemäßer Verwaltung des Nachlasses, wegen Verletzung der Sorgfaltspflichten bei Begleichung der Nachlassverbindlichkeiten und wegen Verletzung der Insolvenzantragspflicht bestimmen den Umfang der Haftungsmasse "Nachlass", Insoweit kann auf die vorstehenden Ausführungen in Rdn 61 ff. verwiesen werden.

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