§ 17 Beendigung durch Befri... / 4. Nr. 4 – Eigenart der Arbeitsleistung
 

Rz. 116

Nach § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 4 TzBfG liegt ein sachlicher Grund vor, wenn die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt. Dieser beispielhaft genannte Sachgrund war als Begriff in der bisherigen Typologie der Rspr. vor Inkrafttreten des TzBfG nicht bekannt. Ausweislich der Gesetzesbegründung soll er sich z.B. auf das von der Rspr. abgeleitete Recht der Rundfunk- und Fernsehanstalten bzw. der Medien beziehen, programmgestaltende Arbeitnehmer nur für eine bestimmte Zeit zu beschäftigen und das Befristungsrecht der Theater abdecken. Erleichterte Befristungen sollen dem Innovationsbedürfnis Rechnung tragen. Entsprechendes gilt für befristete Arbeitsverträge mit Journalisten, Künstlern, Wissenschaftlern bzw. wissenschaftlichen Mitarbeitern in bestimmten Bereichen, wie z.B. den Parlamentsfraktionen.

 

Rz. 117

Bei Befristungen im Wissenschafts- und Forschungsbereich sind die speziellen Regelungen im Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) zu beachten.

 

Rz. 118

Eine Befristung nach § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 4 TzBfG ist nur bei Arbeitnehmern zulässig, die den Tendenzzweck verkörpern und dem diesen unmittelbar beeinflussenden Kreis von Arbeitnehmern (sog. Tendenzträger).

 

Rz. 119

Auch Befristungen im Bereich des Sports fallen unter Nr. 4 (vgl. auch § 18 Rdn 17). Das BAG hat Befristungen mit Sporttrainern im Spitzensport zugelassen. Auch für Sportler sind im Profibereich Befristungen üblich und in der Regel auch zulässig. Der professionelle Sport steht dem Unterhaltungsbereich so nahe, dass in gleicher Weise mit Rücksicht auf das Abwechslungsbedürfnis des Publikums ein Bedarf an personellem Wechsel besteht (sog. Verschleißtatbestand).

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