§ 15 Unternehmensbewertung ... / 3. Finanzplanung und Zinsprognose
 

Rz. 120

Da das Volumen der für Ausschüttungen an die Unternehmenseigener zur Verfügung stehenden Überschüsse auch von der zukünftigen Entwicklung der Zinsaufwendungen und -erträge abhängt, muss das Zinsergebnis ebenfalls prognostiziert werden.

 

Rz. 121

Die Aufstellung dieser Finanz- und Zinsplanung erweist sich in der Praxis als besonders schwierig, da jeder zusätzliche (also von der Planung abweichende) Finanzbedarf oder -überschuss unmittelbar die Aufnahme oder Rückzahlung von Fremdmitteln zur Folge hat oder eine Veränderung der Aktivseite der Bilanz (z.B. bei Investitionen "unerwarteter" Finanzüberschüsse im Anlagevermögen) nach sich zieht.

 

Rz. 122

Veränderungen im Fremdkapitalbestand schlagen sich in den zu erwartenden Zinsaufwendungen bzw. -erträgen nieder und wirken sich somit auch auf die Ertragssituation aus. Gleichzeitig ändert sich im Hinblick auf die Verschiebungen im Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital auch die Finanzierungssituation des Unternehmens, weil sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalgeber die veränderte Risikostruktur durch Anpassung des jeweiligen Zinssatzes berücksichtigt wissen wollen.

 

Rz. 123

Grundsätzlich leitet sich das Zinsergebnis rechnerisch aus dem Bestand von verzinslichen Aktiva und Passiva sowie den jeweiligen Zinssätzen ab. Allerdings kann aus Praktikabilitätsgründen das Zinsergebnis auch basierend auf einer saldierten Netto-Finanzposition und einem durchschnittlichen langfristigen Zinssatz geschätzt werden.

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