Rz. 413

Dem Schuldner steht gegenüber dem Anspruch des geschiedenen Ehegatten gemäß § 1581 BGB der kleine Selbstbehalt oder notwendige Eigenbedarf zu, also der Betrag, der für den eigenen, wenn auch bescheidenen Lebensunterhalt erforderlich ist.[662] Auf der Basis der DT, Stand 1.1.2017, macht er monatlich 1.200 EUR aus, und zwar unabhängig davon, ob der Schuldner erwerbstätig ist oder nicht.[663] Der Selbstbehalt kann in besonderen Situationen erhöht (z.B. bei unvermeidbar hoher Warmmiete, die über den im Selbstbehalt berücksichtigten Betrag von 430 EUR hinausgeht) oder reduziert werden (z.B. bei deutlich unterdurchschnittlichen Lebenshaltungskosten oder ggf. bei Zusammenleben mit neuem Partner).[664]

[662] Nr. B. IV. der Leitlinien der DT.
[663] BGH FamRZ 2006, 683 m. Anm. Büttner, FamRZ 2006, 765; Borth, FamRZ 2006, 852.
[664] BGH FamRZ 2008, 594; BGH FamRZ 2013, 616 (23): Zusammenleben führt zur Selbstbehalt-Reduzierung um 10 %; OLG München FamRZ 2004, 485; OLG Hamm FamRZ 2005, 53; OLG Hamm FamRZ 2006, 888; OLG Stuttgart FamRZ 2005, 54; OLG Dresden FamRZ 2007, 1477; OLG Köln FamRZ 2009, 890. Nr. 21.5 Leitlinien. Siehe dazu Heistermann, FamRZ 2006, 742 und FamRZ 2006, 1505 m.w.N. Eine neue Ehe dürfte nur beim Verwandtenunterhalt eine Reduzierung des Selbstbehalts ermöglichen, im Hinblick auf BVerfG FamRZ 2003, 1821 sowie BVerfG FamRZ 2004, 1093 und BVerfG FamRZ 2004, 1094 jedoch nicht beim Ehegattenunterhalt.

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