§ 11 Haftungsgefahren für B... / III. Kausalität der Pflichtverletzung für den Schaden
 

Rz. 1858

Es bestehen erleichterte Anforderungen an den Beweis der Ursächlichkeit der Pflichtverletzung für den Schaden. Bei der Rechts- oder Steuerberaterhaftung bestimmen sich die Beweiserleichterungen für den Ursachenzusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden nach den Grundsätzen des Anscheinsbeweises. Bereits wegen wahrscheinlichen Schadenseintritts aus Beratungsfehler kann eine Feststellungsklage gegen den Berater zulässig sein.

Nach den Grundsätzen des Anscheinsbeweises wird also vermutet, dass sich der Mandant gemäß dem (richtigen) Rat des Beraters entsprechend verhalten hätte, sofern dies aus damaliger Sicht bei vernünftiger Betrachtungsweise nahe gelegen hätte. Diese Beweiserleichterung gilt jedoch nicht generell; erforderlich ist, dass aufgrund anderer objektiver Umstände beratungskonformes Verhalten des Mandanten wahrscheinlich gewesen wäre. Die Vermutung beratungskonformen Verhaltens greift nicht, wenn der Mandant den richtigen Vorschlag des Anwalts ablehnt.

 

Rz. 1859

Der Zurechnungszusammenhang wird auch dann nicht unterbrochen, wenn der Mandant vor Schadenseintritt einen anderen Anwalt mit der Erhebung von Schadensersatzansprüchen beauftragt. Ggf. kommt zwischen "allgemeinem" Steuerberater und Spezialisten im Hinblick auf die Haftung für ein fehlerhaftes Konzept eine gesamtschuldnerische Haftung in Betracht.

 

Rz. 1860

Denkbar ist die Berücksichtigung eines Mitverschuldens des Geschäftsführers der GmbH nach §§ 31, 254 Abs. 1 BGB, so z.B. entschieden für die Haftung eines Abschlussprüfers nach § 51 WPO a.F. auch für Verursachungsbeiträge, die vor Beginn der Prüfung lagen.

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