§ 10 Sanierung / a) Vorteile
 

Rz. 114

Wichtigster Unterschied zur Veräußerung aus der Insolvenz ist, dass bei der außergerichtlichen Sanierung die Autonomie der Transaktionsbeteiligten weitestgehend gewahrt bleibt. Die Banken des Veräußerers, die regelmäßig Sicherheiten an wesentlichen Unternehmensteilen halten, haben oft erhebliche Verhandlungsmacht und können die außergerichtliche Sanierung zum Scheitern bringen.

 

Rz. 115

Für den Veräußerer ist vorteilhaft, dass der erzielte Kaufpreis unmittelbar an ihn gezahlt wird. Außerdem muss kein Insolvenzverwalter bestellt werden, der sich unter Zeitverlust in das Unternehmen und die Branche meist erst einarbeiten muss. Dem Veräußerer bleibt die Verfügungsbefugnis über sein Unternehmen vollständig erhalten. Die Sanierung verläuft zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend inkognito. Zudem kann eine unvorbereitete Antragsstellung die Krise eines Unternehmens noch erheblich verschärfen: Das Image und der Goodwill des Unternehmens sind gefährdet, Kunden und Lieferanten zögern mit Vorauszahlungen und Lieferungen, Fachkräfte drohen abzuwandern usw. Insgesamt kann der Verkauf geräuschloser, selbstbestimmter, schneller und billiger vollzogen werden.

 

Rz. 116

Auch für den Erwerber ist es oft vorteilhaft, dass er mit dem Management und nicht mit dem Insolvenzverwalter verhandeln kann. Ferner erhofft er sich ein "Schnäppchen", da die Höhe des Kaufpreises nicht von einer etwaigen Zustimmung der Gläubiger abhängt.

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