§ 1 Grundfragen der Zwangsv... / I. Einleitung
 

Rz. 25

Jedes Geschäft ist zwangsläufig mit Chancen und Risiken verbunden. Beiden Belangen wird ein Unternehmen ebenso wie ein Rechtsanwalt bezüglich seiner eigenen Forderungen nur dann gerecht, wenn er – neben möglichen Bonitätskontrollen – ein gezieltes Informationsmanagement betreibt. Nachfolgend sollen einige wenige Maßnahmen vorgestellt werden, die bei einem aktiven Informationsmanagement bei der Vertragsanbahnung und Vertragsbetreuung eingesteuert werden können, um ein effektives und kostengünstiges Forderungsmanagement betreiben zu können.

 

Rz. 26

Hat der Unternehmer viele Informationen über seinen Kunden, kann er ihn in Leistung und Marketing einschließlich der Werbung auch optimal bedienen. Für das Forderungsmanagement wichtiger ist, dass viele Informationen über den Geschäftspartner das Risiko, dass dieser seinen Verpflichtungen nachkommt, möglichst genau einschätzen lassen. Wer das Risiko genau kennt, kann dann frühzeitig Sicherungsmaßnahmen einbauen. Informationsmanagement bedeutet darüber hinaus, dass die Informationen auch dem jeweils zuständigen Sachbearbeiter zur richtigen Zeit und in der richtigen Aufbereitung zur Verfügung stehen. Der Umfang der Recherche verzögert den Vertragsabschluss und muss deshalb in zeitlicher Hinsicht in die Vertragsanbahnung passen. Da kann es sinnvoll erscheinen lassen, sich auf Scores der Auskunfteien zu verlassen, ohne dass deren Schwächen übersehen werden dürfen. Während ein Score nicht nur den Einzelfall betrachtet, sondern auch empirische Erkenntnisse berücksichtigt, kann es bei wirtschaftlich bedeutenden Geschäften wichtig sein, sehr genau den konkreten Einzelfall in den Blick zu nehmen.

 

Rz. 27

 

Hinweis

Hieraus ergibt sich als Konsequenz, dass der Unternehmer als Gläubiger zunächst genau definieren muss, welche Informationen er erfassen möchte, um dann im einem zweiten Schritt die EDV als Erfassungsmedium hierauf zuzuschneiden. In einem dritten Schritt muss er dann sicherstellen, dass eine möglichst gleichförmige Dateneingabe erfolgt. So wird die Sachbearbeitung effizient, effektiv und wirtschaftlich im Input (weniger Kosten) wie im Output (höhere Realisierungsquote bei offenen Forderungen) attraktiv.

 

Rz. 28

Rechtsanwälte können diese Vorteile zunächst für ihre eigenen offenen Forderungen nutzen. Im Rahmen der Beratung von Geschäftskunden kann aber auch deren Informationsmanagement verbessert werden, so dass das außergerichtliche Inkasso, die Titulierung, das nachgerichtliche Inkasso und die Zwangsvollstreckung optimiert werden können.

 

Rz. 29

Mit der Hilfe von Bonitäts- bzw. Liquiditätsprüfern oder auch Scores über den Vertragspartner bieten gewerbliche Auskunfteien auch Steuerungsdaten für das eigene Forderungsmanagement an. Dies kann für den gewerblichen Mandanten jeder Größenordnung von Interesse sein, wenn er Forderungsausfälle möglichst minimieren will. Im Rahmen der Beratungspraxis sollte dieser Aspekt durchaus angesprochen werden.

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