Unterweisungen sind auch im Homeoffice Pflicht

Immer noch arbeiten Beschäftigte bedingt durch die Corona-Pandemie im Homeoffice. Bei den meisten steht deshalb bald eine Unterweisung an. Unterweisung im Homeoffice? Muss das sein?

Die Antwort ist eindeutig Ja! Auch für Arbeiten im Homeoffice gilt die Unterweisungspflicht. Beim ersten Lockdown 2020 und dem überstürzten Rückzug der Beschäftigten ins Homeoffice mögen viele Unternehmen die Erstunterweisung vergessen haben. Doch die DGUV macht darauf aufmerksam, dass auch beim Arbeiten zu Hause regelmäßig und fristgerecht Unterweisungen stattzufinden haben und dass diese vom Unternehmen zu dokumentieren sind. Der Fachbereich Organisation von Sicherheit und Gesundheit (FB ORG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat dazu die Broschüre „Unterweisung im Homeoffice“ veröffentlicht.

Auch während der Pandemie und für mobiles Arbeiten gilt das Arbeitsschutzgesetz

Eine Erstunterweisung ist – oder im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie war – bereits vor Aufnahme der Tätigkeit erforderlich, denn auch unter Epidemie-Bedingungen gelten Arbeitsschutzvorschriften unverändert weiter. Arbeiten im Homeoffice als besondere Form des mobilen Arbeitens unterliegt den Regelungen des Arbeitsschutz- und Arbeitszeitgesetzes, auch wenn es keine speziellen Regeln wie bei der Telearbeit gibt.

Homeoffice bedeutet meist Arbeiten am Computer

Bei der Arbeit im Homeoffice handelt es sich meist um PC-Tätigkeiten. Deshalb sollten sich die Unterweisungen besonders auf folgende Aspekte beziehen:

  • Arbeitstisch und Arbeitsfläche,
  • Sitzmöglichkeit bzw. Büroarbeitsstuhl,
  • Beleuchtung und Lichtverhältnisse,
  • Raumklima und Lärm,
  • Anordnung von Arbeitsmitteln,
  • IT-Ausstattung sowie Videokonferenzsysteme und
  • Datenschutz.

Der Hinweis auf Eigenverantwortung ist wichtig

Arbeitgeber haben keinen direkten Einfluss auf die Arbeitsplatzgestaltung im Homeoffice. Deshalb sind die Beschäftigten auch darin zu unterweisen, dass sie zu Hause mehr Eigenverantwortung für ihre Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz haben. Themen, die dabei angesprochen werden sollten, sind u. a.

  • Arbeitszeiten und Erreichbarkeit,
  • Ruhe- und Bewegungspausen,
  • Beschaffenheit der Laufwege im häuslichen Bereich oder
  • psychosoziale Belastungen, wie z. B. Einsamkeit oder Zoom Fatigue.

Unterweisungen im Homeoffice unterscheiden sich kaum von anderen

  • Unterweisungen im Homeoffice müssen – wie auch sonst üblich – regelmäßig und mindestens einmal pro Jahr stattfinden.
  • Die Unterweisung kann in Gruppen oder mit einzelnen Personen erfolgen.
  • Die Unterweisung kann unter Beachtung der Hygienevorschriften im Unternehmen oder über elektronische Kommunikationsmittel, etwa eine Videokonferenzsoftware, durchgeführt werden.
  • Eine Unterweisung gilt allgemein und fürs Homeoffice als angemessen, wenn sie mündliche Erläuterungen bzw. Nachfragemöglichkeiten umfasst.
  • Es reicht nicht, den Beschäftigten für die Arbeit im Homeoffice nur schriftliche oder elektronische Anweisungen bzw. ausschließliche Unterweisungssoftware zum Bearbeiten zur Verfügung zu stellen.
  • Die Unterweisungen müssen schriftlich dokumentiert werden.
  • Müssen die Teilnehmenden die Dokumentation unterschreiben, kann dies händisch im Unternehmen oder digital mit einer qualifizierten elektronischen Signatur erfolgen.

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Schlagworte zum Thema:  Unterweisung, Homeoffice