Sozialversicherungswerte 2021

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat am 4.9.2020 den Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 vorgelegt. Die im Leistungsrecht wichtige Bezugsgröße soll ab 1.1.2021 monatlich 3.290 Euro betragen. Im Leistungsrecht der Krankenversicherung gelten alle Rechengrößen bundeseinheitlich. Die weiteren Werte im Überblick.

Mit der Verordnung werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr (2019) turnusgemäß angepasst. Die Werte werden – wie jedes Jahr – auf Grundlage klarer gesetzlicher Bestimmungen mittels Verordnung festgelegt.

Leistungsrecht: Belastungsgrenze 2021

Die für die Krankenversicherung bundesweit gültige Bezugsgröße West soll im Jahr 2021 auf 3.290 Euro monatlich bzw. 39.480 Euro jährlich steigen. Die höhere Bezugsgröße wirkt sich auch auf die Belastungsgrenze und so auf die Befreiung von den Zuzahlungen aus. Die Belastungsgrenze wird ermittelt, in dem die Zuzahlungen und die Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt der mit dem Versicherten im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen, des Ehepartners oder des Lebenspartners jeweils aufaddiert werden. Bei den jährlichen Bruttoeinnahmen für den ersten im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen sind im kommenden Jahr voraussichtlich 5.922 Euro und für jeden weiteren in dem gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen und Lebenspartner 3.948 Euro absetzbar.

Familienversicherung: Einkommensgrenze 2021

Die beitragsfreie Familienversicherung kann nur durchgeführt werden, wenn der Ehegatte, Lebenspartner oder das Kind regelmäßig höchstens über ein Gesamteinkommen (§ 16 SGB IV) von monatlich 1/7 der Bezugsgröße verfügt. Diese Einkommensgrenze soll im Jahr 2021 bundeseinheitlich auf 470 Euro monatlich steigen.

Sozialversicherungswerte 2021: Krankengeld

Das Regelentgelt ist maßgebend für die Berechnung des Krankengelds. Das kalendertägliche Regelentgelt wird aus dem regelmäßig erzielten Entgelt bzw. dem Arbeitseinkommen des Versicherten errechnet. Die bei der Krankengeldberechnung zu beachtenden Höchstgrenzen erhöhen sich im Jahr 2021, da sie von der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung abhängig sind. Das kalendertägliche Höchstregelentgelt soll im gesamten Bundesgebiet 161,25 Euro betragen. Das Krankengeld darf höchstens 70 Prozent des Regelentgelts betragen. Daher liegt der tägliche Krankengeldhöchstbetrag voraussichtlich bei bundeseinheitlich 112,88 Euro.

SV-Rechengrößen 2021

Die den Sozialversicherungsrechengrößen 2021 zugrundeliegende Lohnentwicklung im Jahr 2019 (Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigung für Mehraufwendungen) betrug im Bundesgebiet 2,94 Prozent und in den alten Bundesländern 2,85 Prozent. Entsprechend werden die Rechengrößen für 2021 in West und Ost angehoben.

Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021

Die Verordnung über die maßgebenden Rechengrößen der Sozialversicherung für 2021 wird vom BMAS erlassen. Der Referentenentwurf wurde am 4.9.2020 veröffentlicht. Bevor die Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2021 im Bundesgesetzblatt verkündet wird, muss sie von der Bundesregierung beschlossen (voraussichtlich am 14.10.2020) werden und der Bundesrat muss anschließend zugestimmt haben. Am 1.1.2021 sollen die neuen Werte dann in Kraft treten.