| Arbeits- & Sozialrecht

Sachbezugswert bei verbilligter Wohnungsüberlassung an Arbeitnehmer

Überlässt ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Wohnungen liegt ein Sachbezug nur insoweit vor, als tatsächlich erhobene Miete und abgerechnete Nebenkosten die ortsübliche Miete (Kaltmiete plus umlagefähige Nebenkosten) unterschreiten.

Ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil kann auch in der verbilligten Überlassung einer Wohnung liegen. Dieser Vorteil ist als Sachbezug zu bewerten. Die Bewertung erfolgt mit dem Unterschiedsbetrag zwischen dem üblichen Endpreis am Abgabeort und dem Betrag, der dem Mitarbeiter in Rechnung gestellt worden ist.

 

Vergleich mit ortsüblicher Miete für Wohnungen

Üblicher Endpreis am Abgabeort ist dabei die ortsübliche Miete für Wohnungen vergleichbarer Art, Lage und Ausstattung. Die danach maßgebliche ortsübliche Miete ist grundsätzlich aus dem örtlichen Mietspiegel zu entnehmen.

Dabei ist jeder der Mietwerte als ortsüblich anzusehen, den der Mietspiegel im Rahmen einer Spanne zwischen mehreren Mietwerten für vergleichbare Wohnungen ausweist. Zur ortsüblichen Miete gehören dabei neben der ortsüblichen Kaltmiete auch die umlagefähigen Kosten. Denn zur Miete gehören auch die zu zahlenden Nebenkosten-Umlagen.

(BFH, Urteil v. 11.5.2011, VI R 65/09).

 

Praxishinweis:

Auch bei einer verbilligten Wohnungsüberlassung sollte geprüft werden, ob der Rabattfreibetrag (§ 8 Abs. 3 EStG) zum Tragen kommt.

Dies kann der Fall sein, wenn die Vermietung von Wohnungen durch den Arbeitgeber auch konkret am freien Markt angeboten wird. Die Vermietungsleistung muss dabei mindestens in gleichem Umfang an Fremde wie an Mitarbeiter erfolgen.

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