Rentenerhöhung 2022: aktueller Rentenwert 2021

Die jährliche Rentenanpassung zum 1. Juli ist in diesem Jahr im Westen ausgefallen. Im Osten gab es eine Anhebung um 0,72 %. Nach Einschätzung der Deutschen Rentenversicherung können Rentnerinnen und Rentner im Jahr 2022 jedoch mit einer "ordentlichen" Erhöhung der Bezüge rechnen.

Im Jahr 2016 gab es die größte Rentenerhöhung seit mehr als 20 Jahren. Damals stiegen die Renten zum 1. Juli in den alten Bundesländern um 4,25 % und in den neuen Bundesländern um 5,95 %. 

Rentenerhöhungen der vergangenen Jahre

Die Rentenerhöhung 2017 fiel deutlich geringer aus als im Jahr 2016. In Westdeutschland sind die Renten im Jahr 2017 um 1,90 % gestiegen, in den neuen Ländern um 3,59 %. Im Jahr 2018 stiegen die Renten zum 1. Juli um 3,22 % im Westen und 3,37 % im Osten. Im vergangenen Jahr sind die Renten zum 1.7.2019 im Westen um 3,18 % und im Osten um 3,91 % gestiegen. Im vergangenen Jahr sind die Renten in Westdeutschland um 3,45 %, in den neuen Ländern um 4,20 % gestiegen. Der Rentenwert (Ost) stieg damit auf 97,2 % des Rentenwerts West.

Rentenwert 2021

Der seit dem 1.7.2021 geltende aktuelle Rentenwert (West) beträgt weiterhin 34,19 EUR. Der aktuelle Rentenwert (Ost) stieg zum 1.7.2021 mit der Rentenanpassung von 33,23 EUR auf 33,47 EUR. Dies entsprach einer Rentenanpassung in den neuen Ländern von 0,72 %.

Rentenanpassung 2021

Grundlage für die Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung maßgebliche Lohnentwicklung betrug in den alten Ländern -2,34 %. Sie basiert auf den vom statistischen Bundesamt gemeldeten Bruttolöhnen- und -gehältern je Arbeitnehmer nach den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR), wobei der Einfluss der Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigungen („Ein-Euro-Jobs“) außer Acht bleibt.

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Rentenerhöhung

Wegen der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind die VGR-Löhne in den alten Bundesländern im vergangenen Jahr leicht gesunken. Darüber hinaus wurde die beitragspflichtige Entgeltentwicklung der Versicherten berücksichtigt, die für die Einnahmesituation der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidend ist. 2021 kommt hier ein Sondereffekt zum Tragen, da die DRV Bund als Folge des Flexirentengesetzes die statistische Abgrenzung der beitragspflichtigen Entgelte geändert hat und nun deutlich mehr geringfügig Beschäftigte statistisch erfasst, weshalb die durchschnittlichen beitragspflichtigen Entgelte um rund 2 % geringer ausgefallen sind. Wegen der ohnehin negativen rechnerischen Rentenanpassung und der damit verbundenen Anwendung der Rentengarantie hatte dies jedoch keinen Einfluss auf die Höhe der Rentenanpassung 2021.

Verhältnis von Rentenbezieher zu Beitragszahler: Nachhaltigkeitsfaktor

Neben der Lohnentwicklung wird die Höhe der Rentenanpassung noch durch den Nachhaltigkeitsfaktor und den Faktor Altersvorsorgeaufwendungen bestimmt. Mit dem Nachhaltigkeitsfaktor wird die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden bei der Anpassung der Renten berücksichtigt. Auch hier kam es zu negativen Auswirkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie. Deswegen wirkte sich der Nachhaltigkeitsfaktor 2021 mit -0,92 Prozentpunkten anpassungsdämpfend aus. Durch den Faktor Altersvorsorgeaufwendungen wurde die Veränderung der Aufwendungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Aufbau ihrer Altersvorsorge auf die Anpassung der Renten übertragen. Da sich der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung im Jahr 2020 nicht verändert hat, wirkte sich dieser Faktor nicht auf die Rentenanpassung 2021 aus. 

Rentengarantie verhindert negative Rentenanpassung 2021

Aufgrund der genannten Einflüsse ergab sich eine rechnerische Rentenanpassung von - 3,25 %. Wegen der Rentengarantie blieb aber der seit 1.7.2021 geltende aktuelle Rentenwert weiterhin bei 34,19 EUR. Die Rentengarantie stellt seit dem Jahr 2009 sicher, dass die Anwendung der Rentenanpassungsformel nicht zu einer Minderung des aktuellen Rentenwerts führt. 

Rentenerhöhung 2022

Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können nach Einschätzung der Rentenversicherung im kommenden Jahr eine „ordentliche“ Erhöhung ihrer Bezüge erwarten. „Ich gehe davon aus, dass die ausgebliebene Erhöhung im kommenden Jahr in gewissem Umfang nachgeholt wird und die Rentner 2022 ein ordentliches Plus bekommen werden“, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach.

Rentenerhöhung 2022: Konkrete Zahlen im Frühjahr

„Wie viel mehr es sein wird, das wissen wir erst im nächsten Frühjahr, denn wir müssen ja die Lohnentwicklung im gesamten Jahr 2021 betrachten.“ Und es lasse sich derzeit nicht abschätzen, wie sich die vierte Corona-Welle auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt auswirkt. „Daher sind konkrete Vorhersagen zum jetzigen Zeitpunkt unseriös.“

Rentenerhöhung Tabelle: Entwicklung der Rentenwerte

Die Entwicklung der Rentenwerte sowie die prozentualen Veränderungen der letzten 10 Jahre können Sie dieser Tabelle entnehmen.

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BMAS/dpa