Pflegebedürftige in Deutschland sollen künftig besser betreut werden - die Betreuungsdichte soll sich verbessern und der Mangel an Pflegefachkräften soll durch bessere Arbeitsbedingungen behoben werden. Das führt dazu, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum 1.1.2019 mit um 0,5 % höheren Beiträgen in der Pflegeversicherung rechnen müssen.

Zum 1.1.2019 soll der Pflegeversicherungsbeitrag um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens steigen. Das hat das Bundeskabinett am 10.10.2018 beschlossen. Beitragszahler ohne Kinder müssen durch den Kinderlosenzuschlag (0,25 Prozent) künftig 3,3 Prozent zahlen.

Beitragserhöhung soll Finanzen der Pflegekassen stabilisieren

Erwartet werden insgesamt jährliche Mehreinnahmen von 7,6 Milliarden Euro. Die Anhebung soll die Finanzen der Pflegekassen stabilisieren, denen angesichts von immer mehr Pflegebedürftigen ein Milliardendefizit droht. Außerdem plant die Koalition Maßnahmen gegen die Personalnot in der Pflege.

Stabiler Pflegeversicherungsbeitrag bis 2022

«Bessere Pflege kostet», sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). In der vergangenen Wahlperiode ausgedehnte Leistungen für Pflegebedürftige und Angehörige würden weiterhin stärker angenommen als gedacht. In dieser Legislaturperiode sollten die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessert werden. «Das muss uns als Solidargemeinschaft etwas wert sein. Gute Pflege braucht unsere Unterstützung», sagte Spahn. Mit der Anhebung soll der Beitragssatz laut Bundesregierung bis 2022 stabil gehalten werden können. Das Gesetz muss durch den Bundestag, im Bundesrat ist es nicht zustimmungspflichtig.

Beitrag zur Pflegeversicherung 2019 für Arbeitgeber

Derzeit liegt der Pflegeversicherungsbeitrag bei 2,55 Prozent des Bruttoeinkommens, bei Kinderlosen bei 2,8 Prozent. Ab dem 1.1.2019 soll der Pflegeversicherungsbeitrag dann bei 3,05 bzw. 3,3 Prozent liegen. Bei Arbeitnehmern zahlt die Hälfte des Beitrags der Arbeitgeber, aber ohne den Kinderlosenzuschlag. Der Arbeitgeberanteil Versicherungspflichtiger beträgt dann 1,525 Prozent.

Pflegeversicherungsbeitrag 2019: Sachsen

Im Freistaat Sachsen gilt die Parität aufgrund eines nicht aufgehobenen Feiertags nicht. Dort beträgt der Anteil für Arbeitnehmer ab dem 1.1.2019 2,025 Prozent und für Arbeitgeber 1,025 Prozent.

Pflegeversicherung 2019 steigt - Arbeitslosenversicherung sinkt

Während der Pflegeversicherungsbeitrag zum neuen Jahr um 0,5 Prozent steigt, soll gleichzeitig der Arbeitslosenversicherungsbeitrag zum 1.1.2019 von 3 Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens gesenkt werden. Das geht aus einem Gesetzentwurf und einer Verordnung von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hervor, welche das Bundeskabinett am 19.9.2018 beschlossen wurde.