16.04.2012 | Arbeits- & Sozialrecht

Notfallplanung: Evakuieren von Betrieben will geübt sein

Flutwellen und Erdbeben beunruhigen. Doch schnell siegt das Gefühl, fern der im Ausland stattfindenden Ereignisse sicher zu sein. Aber nicht nur bei Naturkatastrophen, auch bei Bränden oder einem Chemieunfall müssen Mitarbeiter in Sicherheit gebracht werden. Ohne Plan und regelmäßiges Üben dauert eine Evakuierung aber meist sehr lange.

Feuer in der Produktionshalle: Jetzt heißt es, die Situation richtig einschätzen. Muss die Produktion gestoppt werden? Müssen die Beschäftigten in Sicherheit gebracht werden? Bis die Feuerwehr vor Ort ist, sind bereits zum Teil lebensrettende Entscheidungen zu treffen. Verantwortlich ist in erster Linie der Unternehmer. Er muss selbst auf die Situation vorbereitet sein oder alles Notwendige dafür organisiert haben.

 

Notfallpläne sind gesetzlich vorgeschrieben

In einem betriebsspezifischen Notfallplan ist festzuhalten, wie Rettungsmaßnahmen abzulaufen haben. Die Grundlagen für einen Rettungs- und Evakuierungsplan sowie die Unterweisungsintervalle sind gesetzlich vorgeschrieben. Angaben finden sich etwa in der Arbeitsstättenverordnung, im Baurecht sowie in den Vorschriften der Berufsgenossenschaften.

 

Unterweisung und Übung einmal pro Jahr

Mindestens einmal im Jahr sollte im Betrieb eine Übung zur Rettung und Evakuierung stattfinden. Nur wenn die Belegschaft schnell und koordiniert das Gebäude verlässt, besteht für alle die Chance an einen sicheren Ort im Freien zu gelangen. Damit im Ernstfall kein Chaos herrscht, muss allen klar sein, wo der Sammelpunkt ist. Es sollte auch festgelegt sein, wie Helfer und Sicherheitskräfte informiert werden, ob alle Personen aus dem Gebäude raus sind.

 

Risiko wird unterschätzt

Experten der Feuerwehr stellen immer wieder fest, dass vor allem mittelständische Unternehmer, die Möglichkeit und die Folgen einer Katastrophe falsch einschätzen. So soll bei mehr als der Hälfte der Betriebe kein Notfallplan ausgearbeitet sein.

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