| Arbeits- & Sozialrecht

Krank im Urlaub: Keine eigenmächtige Urlaubs-Verlängerung

Wer im Urlaub erkrankt und sich hilft, indem er in Eigenregie die Kranktage an die Urlaubstage anhängt, hat die Rechnung ohne den Arbeitsrichter gemacht. Der Urlaub endet in einem solchen Fall, selbst wenn sich die Erholung noch nicht eingestellt hat, zum vereinbarten Zeitpunkt.

Wird ein Arbeitnehmer während eines Urlaubs krank, so werden nach § 9 BUrlG die durch ärztliches Attest nachgewiesenen Tage der Krankheit auf den Jahresurlaub nicht angerechnet. Der Arbeitnehmer kann jedoch für diese Zeit Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nach § 3 EFZG verlangen.

 

Urlaubsanspruch ist nicht verfallen, aber auch nicht frei disponibel

Obwohl der Arbeitnehmer also während seines Erholungsurlaub erkrankte, er subjektiv kein Urlaubsgefühl hatte, endet dennoch zu dem ursprünglich festgelegten Zeitpunkt. Das heißt, der Arbeitnehmer, der während des Urlaubs erkrankt und seine Arbeitsfähigkeit noch innerhalb des ursprünglich als Urlaub vorgesehenen Zeitraums wiedererlangt, muss nach dem ursprünglich vorgesehenen Urlaubsende die Arbeit antreten.

 

Nachholen des Urlaubs muss in Absprache mit dem Arbeitgeber erfolgen

Der Urlaub der wegen der Krankheit nicht verbraucht wurde, geht aber nicht verloren. Er ist vielmehr zu gegebener Zeit nachzugewähren. Der Urlaub darf vom Arbeitnehmer nicht selbstständig um die Krankheitstage verlängert werden, sondern ist vom Arbeitgeber festzusetzen.

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