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Equal-Pay: Leiharbeiterin bekommt 13 200 Euro wegen fehlender Tariffähigkeit

Das BAG hat Leiharbeitern rechtlichen Rückenwind beschert, den nun Gerichte in klingende Münzen verwandeln:Für 4 jahre rückwirkend erhält eine Leiharbeitnehmerin nun die Gehaltsdifferenz zwischen ihrem Einkommen und dem Verdienst fest angestellter Kollegen: 13 200 Euro.

Das spektakuläre BAG Urteil zur Leiharbeit bzw. Tarifunfähigkeit der Tarifgemeinschaft Christlicher Zeitarbeitsgewerkschaften (CGZP) schlägt durch:

 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Eine Leiharbeiterin hat vom Krefelder Arbeitsgericht 13 200 Euro Lohn-Nachzahlung zugesprochen bekommen. Die 39-Jährige war 15 Jahre bei einer Leiharbeitsfirma angestellt und wurde als ungelernte Kraft an die verschiedensten Firmen ausgeliehen.

 

Kollegen hatten für die gleiche Arbeit bis zu einem Drittel mehr verdient

Ihre fest angestellten Kollegen dort hätten für die gleiche Arbeit bis zu einem Drittel mehr verdient als sie, argumentierte ihr Anwalt Georg Heumüller.

  • So habe sie bis Mai 2008 pro Stunde 6,66 Euro bekommen und erst danach einen Euro pro Stunde mehr.
  • Die fest angestellte Belegschaft der Firmen brachte es dagegen auf Stundenlöhne zwischen 8,50 und 10,34 Euro.

Verstoß gegen das gesetzlich verankerte Equal-Pay-Gebot

Das verstoße gegen das seit 2003 im Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz verankerte «Equal-Pay»-Gebot, also das Recht auf gleiche Bezahlung für vergleichbare Arbeit. So sah es auch das Gericht und sprach der Frau die Nachzahlung rückwirkend für vier Jahre zu.

Die Zeitarbeitsfirma hatte die Forderungen als unbegründet zurückgewiesen. Der Hinweis der Firma, der Klägerin den mit den christlichen Gewerkschaften ausgehandelten Tariflohn der Branche gezahlt zu haben, ging ins Leere. Denn diesen Tarifvertrag hatte das Bundesarbeitsgericht als unzulässig gekippt. Offen blieb, ob die Arbeitgeberin das Urteil anfechten wird.

(ArbG Krefeld, Urteil v. 19.4.2011, 4 Ca 3074/10).

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