| Arbeits- & Sozialrecht

Auslandsentsendung: Zusatzversicherung für Arbeitnehmer nötig?

Werden Mitarbeiter vorübergehend in das Ausland entsandt, bleiben in vielen Fällen die deutschen Rechtsvorschriften weiterhin gültig. Trotzdem bedarf es gerade bei der Krankenversicherung einer genauen Prüfung, ob der Versicherungsschutz ausreicht.

Hintergrund: Bei einer Entsendung ins Ausland muss der Arbeitgeber die durch Krankheit entstehenden Kosten tragen - ohne Wenn und Aber! Und zwar nicht nur für den Mitarbeiter selbst, sondern auch für dessen Familienangehörige, wenn diese ihn ins Ausland begleiten.

Arbeitgeber kann mit Krankheitsrestkosten belastet werden

Besteht eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung, ersetzt die Krankenkasse dem Arbeitgeber die Kosten - allerdings nur in der Höhe, in der sie auch in Deutschland hätte leisten müssen. Auf dem Restbetrag bleibt der Arbeitgeber sitzen, und das kann teuer werden. Zu beachten ist auch, dass der Begriff der Entsendung in der Sozialversicherung ein anderer als im Arbeitsrecht ist. Schon eine (arbeitsrechtliche) Dienstreise ins Ausland ist im Sinne der Sozialversicherung eine Entsendung - mit der beschriebenen Haftungsregelung für den Arbeitgeber.

Beispiel:

Ein Mitarbeiter wird zu einem Messebesuch in die USA geschickt. Dort wird er - während eines privaten Anlasses - durch einen Unfall lebensgefährlich verletzt. Der anschließende Krankenhausaufenthalt wird mit 200.000 Euro in Rechnung gestellt, die der Arbeitgeber zahlen muss.

Die deutsche Krankenkasse stellt fest, dass die entsprechende Behandlung in Deutschland nur die Hälfte gekostet hätte. Sie erstattet daher 100.000 Euro an den Arbeitgeber. Den Restbetrag muss dieser allein tragen.

Tipp: Zusätzlicher Schutz bei privater Krankenversicherung

Es muss ja nicht immer so teuer sein, aber gerade bei einer Entsendung in hochpreisige Länder, wie eben die USA, können schnell erhebliche Kosten auf den Arbeitgeber zukommen. Deshalb empfiehlt sich immer einen zusätzlichen Schutz über die private Krankenversicherung abzuschließen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass auch eine ausreichende Krankenrücktransportversicherung eingeschlossen ist.

Individuelle Versicherungen oder Gruppenversicherungen möglich

Für die zusätzliche Absicherung gibt es unterschiedliche Wege. In einigen Fällen (besonders bei kurzfristigen Dienstreisen) werden Reisekrankenversicherungen ausreichen, ansonsten bieten sich neben individuellen Versicherungen für einzelne Mitarbeiter in erster Linie Gruppenversicherungen an. Die Ausgestaltung und Kosten sind je nach Umfang und anbietender Gesellschaft recht unterschiedlich. In jedem Fall ist zunächst die Frage nach Bedarf und Umfang zu klären (wie viele Mitarbeiter werden wie oft und wie lange ins Ausland entsandt). Dann sollten mehrere Angebote eingeholt werden, denn die Unterschiede können ganz erheblich sein.

Kosten der Versicherung kalkulierbar - Schaden nicht!

Natürlich kostet eine solche zusätzliche Absicherung Geld. Nichts zu tun kann aber deutlich teurer werden. Vor allem sind die Kosten für das Unternehmen für eine Versicherung kalkulierbar, für die Leistungsverpflichtungen bei einer Erkrankung aber nicht.

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