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Der Besucherrekord war an allen drei Messetagen der Zukunft Personal 2017 sichtbar. Bild: Zukunft Personal - Peter Porst

Die Zukunft Personal hat im Jahr 2017 einen neuen Meilenstein gesetzt: Es gab mehr Besucher und mehr Aussteller als jemals zuvor, auch die Stimmung war über drei Tage hinweg glänzend. Vieles, aber nicht alles lief perfekt.

Nach einem Jahr Vorbereitung und drei brummenden Messetagen war die Freude der Ausstellungsmacher Christiane Nägler, Chefin der Zukunft Personal, und Ralf Hocke, Geschäftsführer Spring Messe Management GmbH, riesengroß. Das konnte man an ihren Gesichtern erkennen, aber auch an ihrem Messefazit, das von Superlativen geprägt ist: Es fallen Begriffe wie „sensationeller Besucherrekord“ und „beste Zukunft Personal aller Zeiten“. Hinter dieser Schlussbilanz stecken eindrucksvolle Zahlen: Mit 17.809 Fachbesuchern kamen fünf Prozent mehr als im Vorjahr nach Köln, auch die Ausstellerzahl wuchs um fünf Prozent auf insgesamt 770 Aussteller.

Das Messekonzept hat Besucher wie Aussteller überzeugt. Mit „Work:olution“ haben die Messemacher auf die Themen Digitalisierung und New Work gesetzt, die in der Agenda der HR-Bereiche an oberster Stelle stehen. Das war eine gute Wahl. Genauso wichtig für den Erfolg war es allerdings, dass es den Messemachern gelungen ist, fast alle wichtigen Player des HR-Marktes in Köln zu versammeln. Auffällig war die größere Sichtbarkeit von Softwareplayern wie SAP oder IBM, die in der jetzigen Phase der Digitalisierung verbesserte Geschäftschancen sehen. Oracle dagegen – im vergangenen Jahr noch Hauptsponsor – hat auf einen Messestand verzichtet und sich nur noch als „Sponsor“ des neuen Aussteller- und Besucherabend auf der „Ocean Diva“ betätigt.

Zukunft Personal 2017: Eine Plattform der Innovation

In HR gibt es derzeit ein Feuer an Innovationen. Um diese Innovationsfreude sichtbar zu machen, hat Ralf Hocke schon im Jahr 2016 den „HR Innovation Award“ ins Leben gerufen. In diesem Jahr haben sich wiederum über 100 Unternehmen beworben. „HR kann Innovation und das ist keine Eintagsfliege“, resümierte Professor Stephan Fischer als Juryvorsitzender das Gesamtergebnis des diesjährigen Wettbewerbs.

Start-up Szene auf der HR-Fachmesse versammelt

Viele der etablierten Softwarehersteller, Recruiting-Dienstleister oder Weiterbildungsanbieter haben ihre Produkte und Dienstleistungen weiterentwickelt, doch am sichtbarsten wird die Innovationskraft an den Start-ups. Der Messe gelang es in diesem Jahr 97 Start-ups in der Halle zu versammeln, fast mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Das ist übrigens der wichtigste Faktor für das Wachstum bei den Ausstellern.

Das Start-up-Village war großzügiger als im Vorjahr aufgebaut, auch der rote Teppichboden sorgte für Aufmerksamkeit, einziges Manko: Es fehlte eine „erkennbare Struktur der Platzvergabe“, wie Blogger Tim Verhoeven in seiner persönlichen Messebilanz anmerkte. Dem Thema Orientierung im Start-up-Village müssen sich die Messemacher annehmen, wünschenswert wäre auch eine bessere Verzahnung mit dem etablierten Messegeschehen.

Who´s who der HR-Branche

Auf über 15 Bühnen wurden 450 Vorträge gehalten. Die Key Note-Vorträge konnten überzeugen und waren überwiegend sehr gut besucht, während Besuch und Qualität der Ausstellervorträge, die die Mehrzahl der Programmpunkte ausmachten, eher durchwachsen war. Präsent auf der Messe waren viele bekannte HR-Manager, Wissenschaftler und Experten, denen die Besucher begegnen konnten. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesarbeitsministeriums hat zur Promidichte einen großen Beitrag geleistet.

Günstige Rahmenbedingungen für die HR-Messe 2017

Während die Messemacher in der Vergangenheit externe Faktoren für Probleme bei den Besucherzahlen heranführen mussten, entfiel das in diesem Jahr. Die Messe lag außerhalb jeglicher Ferientage, es gab weder einen Flug- noch einen Bahnstreik. Das soll die gute Arbeit der Ausstellungsmacher nicht schmälern, ist aber auch Teil der Erfolgsbilanz der Messe.

Im nächsten Jahr liegt der Messetermin (11. bis 13. September 2018) auch wieder außerhalb der Ferienzeit, aber die Zukunft Personal findet parallel zur Digitalmesse dmexco statt, was weder Besucher noch Aussteller erfreuen dürfte. Es wird in Köln zu einem Engpass bei Hotelbetten und Taxis kommen, die Preise werden steigen. 

Zukunft Personal 2017: Zwei Feiern zur Auswahl

Die Neugestaltung des Ausstellerabends, den erstmals auch Besucher buchen konnten, ist gelungen: Auf der „Ocean Diva“, einem aus Amsterdam gecharterten Schiff, wurde eine Party gefeiert, zu der auch eine zweistündige Schifffahrt auf dem Rhein gehörte. Der Wettergott meinte es gut, der Regen hörte auf, als die ersten Besucher das Schiff betraten. Es ging bis spät in die Nacht.

Der HR Night, die vom Blogger Henner Knabenreich organisiert und ebenfalls mit Sponsoren mitfinanziert wurde, tat das keinen Abbruch. Die Partystimmung in der Wolkenburg war ausgelassen, hier trafen sich Blogger, Recruiter und das jüngere Publikum – ein cooler Event. Der Konkurrenzkampf der Abendveranstaltungen – so bewerten das die beiden Veranstalter - hat einen eindeutigen Gewinner: Die Besucher der Zukunft Personal, die jetzt die Auswahl haben.


Autoren: Reiner Straub und Daniela Furkel, Redaktion Personalmagazin

Schlagworte zum Thema:  Zukunft Personal

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