Im September ist Messezeit in Köln: Vom 11. bis 13. September 2018 treffen sich Personalentscheider auf der "Zukunft Personal Europe", um innovative HR-Lösungen zu erkunden und mit Kollegen zu netzwerken. Was von dem Hotspot in diesem Jahr zu erwarten ist, zeigt die Personalmagazin-Redaktion.

"Zukunft Personal Europe" – so lautet der neue Name der bekannten HR-Leitmesse in der Domstadt. Der Veranstalter Spring Messe Management lancierte zu Jahresanfang eine neue Markenstrategie mit der Kölner Messe als europäisches Flaggschiff. Erstmals geht das Event nun unter dem neuen Label an den Start. Der Veranstalter erwartet mehr als 770 Aussteller, rund 450 Speaker und etwa 17.000 Besucher an drei Messetagen. 15 Prozent der Aussteller haben laut offiziellen Angaben ihren Sitz im Ausland und 30 Vorträge laufen in englischer Sprache. Auch die Mehrzahl der Besucher reiste bislang aus dem deutschsprachigen Raum an.

Leitthema: Nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Der etwas holprige "denglische" Messename bekommt das Motto "work:olution – succeed in permanent beta" an die Seite. Bereits im Vorjahr hatte der Veranstalter das Leitthema "work:olution – moving minds" eingeführt. Agilität, Digitalisierung, Innovation – die "Zukunft Personal Europe" verspricht mit ihrer Marketingbotschaft letztendlich weiterhin Erfolgsrezepte in Zeiten des ständigen Wandels. Interessant könnte es dort werden, wo sich der andauernde "Beta-Status" tatsächlich in neuen Methoden für Organisationsentwicklung und Management manifestiert.

WOL-Mitbegründer John Stepper zum Auftakt

Mit der Verpflichtung von John Stepper, Vorreiter für "Working out Loud" (WOL) als Keynote für den ersten Messetag ist dem Veranstalter ein echter Coup gelungen. Die WOL-Methode trifft aktuell den Nerv vieler Unternehmen, die sich mehr Kollaboration und Vernetzung ihrer Mitarbeiter wünschen. Beschäftigte sollen durch verschiedene einfache Übungen in die Lage versetzt werden, Wissen stärker zu teilen und Silos abzubauen. 

Ganz praktisch lernen die Messebesucher WOL in den Workshops von Sabine Kluge kennen. Sie ist die erste lizensierte WOL-Partnerin in Europa (täglich Workshop von 14.30 bis 16.15 Uhr im Workshop-Raum 3).

Fahler Beigeschmack: Aussteller werden zu Keynotes

Bekannte Namen fallen im Programm auch an den übrigen Messetagen: So gehören etwa die kenianische Soziologin Auma Obama, Halbschwester des US-Präsidenten Barack Obama, oder der Musiker und Entertainer Ross Antony zu den diesjährigen Keynote-Speakern.

Im anbieterdominierten Programm sind jedoch Praxisvertreter ähnlich selten vertreten wie Referenten aus dem Ausland. Gleich zwei wichtige Aussteller dürfen sich in die Riege der Keynotes einreihen: Barbara Wittmann, Member of Executive Team von Linkedin DACH, und David Vitrano, Vice President Marketing & New Business Sales von Xing E-Recruiting. Wittmann gehörte auch im Vorjahr schon zu den Keynotes. 

Innovationen im Fokus

Zur Eröffnung steht erneut die Verleihung des HR Innovation Award auf dem Programm: Eine hochkarätige Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien wählte die Gewinner in vier Kategorien: HR Software & Hardware, Training & Learning, Recruiting & Attraction und die Sonderkategorie HR Transformation & Consulting. 

Innovationen sind naturgemäß auch im "Start-up Village" der Messe zu finden, das im vergangenen Jahr bereits 97 Jungunternehmen beheimatete. Daneben soll das "Future of Work Village" die Arbeitswelt im "Beta-Modus" erlebbar machen. Die Fläche gestaltet der neue Messe-Partner Design Offices gemeinsam mit einigen Ausstellern aus dem New-Work-Umfeld. Außer dem neuen Partner ist das Konzept nicht wirklich neu – in den Vorjahren trug es den Namen "Arbeitwelten.HR".

Inqa bietet Programm auf Kongress-Niveau

Die eigene Bühne der Initiative Neue Qualität der Arbeit (Inqa) ist auch in diesem Jahr fest gesetzt. Mit ihren divers zusammengestellten Podien heben sie das Programm der Messe durchaus auf Kongressniveau. Zudem reihen sich die Themen recht passend in das Leitthema der Messe ein. 

Spannende Diskussionen versprechen Titel wie "Trial and Error: Lernen und Arbeiten in Experimentierräumen" oder "With a little help from my (digital) friends: Arbeit mit Technologien gestalten". Neben Vertretern aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) kommen auf der Inqa-Bühne auch Forscher, Vertreter aus Unternehmen, öffentlicher Verwaltung und Betriebsrat zu Wort.

Parallelveranstaltungen für das C-Level: Manager unter sich

Elitär geht es bei den neuen Sonderveranstaltungen für Managementvordenker zu. Am ersten Messetag treffen sich auf dem DCO Executive Circle Top-Manager mit führenden Chief Digital Officers – inklusive "Meet and Great" mit dem WOL-Mitbegründer John Stepper. 

Am zweiten Messetag kommt das Peter Drucker Forum aus Wien nach Köln, um als "Davos des Managements" in einem Executive Roundtable über die Bedeutung von Robotern und KI für die Rolle des Menschen in der Arbeitswelt zu debattieren. Wer nicht explizit eingeladen ist, muss allerdings draußen bleiben, denn Zutritt haben nur geladene Gäste.

Blogger Lounge erhält Zuwachs: Workshops und HR Barcamp Light

Ein lohnender Anlaufpunkt, der sich in den vergangenen Jahren zunehmend zum Publikumsmagnet entwickelte, ist die Blogger Lounge. Dort trifft sich die Community mit bekannten und noch zu entdeckenden HR-Blogger-Größen. Der "alte" Meeting Point mit Fallbeispielen aus der Praxis wird nun vom "HR Barcamp Light" abgelöst. Ein deutlich neues Konzept ist dabei im Vorfeld nicht erkennbar. Einzelne Blogger haben hier nun jedenfalls eine zweite Bühne. Zudem wurden drei neue Workshop-Räume eröffnet und damit ein neues Erlösmodell geschaffen: Berater können dort auch ohne Stand ihre Konzepte demonstrieren.

Messeorientierung bleibt permanent beta

In der Vergangenheit mussten die Messemacher immer wieder Kritik für die vermeintliche Unübersichtlichkeit der europäischen Leitmesse einstecken. Um Besuchern die Orientierung in den vier Messehallen zu erleichtern, hat der Veranstalter nun wichtige Teilbereiche in "Special Expos" zu den Themen Recruiting (Halle 3.1), Corporate Health (Halle 2.1) und Digital Learning Experience (in den Hallen 2.1, 2.2 und 3.2) geclustert. Nur die vierte Halle (Halle 3.2), die von Software-Ausstellern belegt wird, hat es nicht zu einer eigenen Spezialmesse geschafft. Vor Ort dürfte Wiederkehrern sowieso kaum eine Änderung auffallen: Es bleibt bei den vier Themenhallen.

Die 450 Speaker belegen 21 Bühnen, Networking-Spots und Workshop-Räume. Wer sich direkt auf der Messe über Vorträge und aktuelle Änderungen informieren möchte, sollte sich die Messe-App herunterladen. Denn das Programm auf der Messe-Website ist nicht mobil optimiert. 

Weitere Informationen und Tickets: www.europe.zukunft-personal.com

Schlagworte zum Thema:  Zukunft Personal