21.10.2016 | Top-Thema Zukunft Personal 2016

Zukunft Personal: Das Morning Briefing zum dritten Messetag

Kapitel
Reiner Straub (links) und Oliver Maassen im Gespräch bei "Gescheiter scheitern".
Bild: Haufe Online Redaktion

Halten die HR-Softwareanbieter, was sie versprechen? Wie scheitert man gescheit? Was können Recruiter von Snapchat lernen? Dies waren (unter anderem) die Themen auf der Zukunft Personal 2016 am Mittwoch. Was Sie am dritten und letzten Messetag erwartet, lesen Sie in unserem Morning Briefing.

Was haben Hermann Arnold, Thomas Lurz und Oliver Maassen gemeinsam? Einen Lebenslauf, der Brüche aufweist, also für die meisten Personalrekrutierer Gründe für misstrauische Nachfragen bietet. Nachgefragt haben auch die Moderatoren Reiner Straub und Stephan Grabmeier bei der Podiumsdiskussion "Gescheiter scheitern".

Gescheiter Scheitern

Umantis-Gründer Arnold trat als CEO zurück, arbeitete aber nach 100 Tagen wieder in dem Unternehmen, das er an Haufe verkaufte – in einem Projekt unter seinem Nachfolger als Chef. Langstreckenschwimmer Lurz beendete mit 36 Jahren seine Sportlerkarriere, obwohl der Weltmeister und Olympionike noch siegte, und arbeitet jetzt als Personalmanager bei S. Oliver. Und Maassen, Geschäftsführer Pawlik Consultants, stieg als Bereichsvorstand Personal bei Unicredit aus, weil er ein Sabbatical machen und auf Weltreise gehen wollte. Das war der Ausstieg aus einer Konzernkarriere und der Einstieg in einen neuen Berufsweg. Sind die drei gescheitert? Möglicherweise in der Außenwirkung. Aber eher sind sie Beispiele für gelungene Karrierebrüche. Das ist jedenfalls das Fazit der Moderatoren Reiner Straub und Stephan Grabmeier.

Projektarbeit: Apps im Alltag

Projekte ins Leben rufen und gestalten, darum geht es in der agilen Welt. Ein erfolgreicher Projektstarter ist Raúl Aguayo-Krauthausen. Der Gründer der Sozialhelden in Berlin entwickelt so unterschiedliche Projekte wie pfandtastisch-helfen.de und wheelmap.org mit. Im ersten Fall werden Boxen neben Flaschenrückgabeautomaten gehängt, in die die Supermarktkunden ihre Pfandbons als Spende werfen können – allein in Berlin kam so ein Spendenvolumen von 100 000 Euro in einem Jahr zusammen. Im zweiten Fall geht es um barrierefreie Orte – für Rollstuhlfahrer, aber auch für Eltern mit Kinderwagen. Die App ist inzwischen in 25 Sprachen online. Aguayo-Krauthausen erzählt mitleidlos und humorvoll von seinen kruden Erlebnissen als Rollstuhlfahrer. Er steckt mit seinen Ideen an. Die Jüngste: brokenlifts.org. Verkehrsbetriebe finden ihre kaputten Aufzüge live im Netz. Sein Ziel: Die App über ganz Deutschland zu verbreiten. Wenn Sie ihn als Projektmotivator einladen wollen, vergessen Sie nicht für Barrierefreiheit zu sorgen.      

Technisierung der Arbeitswelt: Kundendialog führen

Die Marktplayer Workday, SAP, Haufe-umantis und ADP mussten sich auf der Solution Stage von Personalmagazin-Herausgeber Reiner Straub fragen lassen, ob sie halten, was sie versprechen: statt schnöder Technik Lösungen zu liefern. Alle Stühle waren besetzt und weitere Besucher verfolgten im Stehen, was die Manager und Berater über die Zeitenwende sagten, in der sie zwischen digitaler Personalakte und Cloud ein ganzes Spektrum an kundenspezifischen Lösungen anbieten. Manchmal kooperieren die Bigs wie SAP dazu mit Start-ups, manchmal kaufen sie die jungdynamischen Firmen gleich auf. Großgeschrieben wird der Dialog mit den Kunden – das favorisiert ADP bei aller Standardisierung nicht weniger als Haufe-umantis.    

Meet the Blogger: Abkupfern

In der Start-up Village in Halle 2.1 haben auch die Blogger ihren Platz. Berater Robindro Ullah präsentierte, was Personaler fürs Rekrutieren von Netzwerken wie Snapchat oder musical.ly abkupfern können. Deren Trend geht zu SoLoMo – social local mobile, einer modischen Form der Heimatverbundenheit. Geofilter für die eigene Firma zu kreieren, kann gerade bei der Suche nach Azubis helfen.

Die Highlights am dritten Messetag

Um 9.30 Uhr kämpfen zwei Start-ups um den Sieg einer vierköpfigen Jury. Zum letzten Founders Fight treten die Start-ups um 17 Uhr in den Boxring der Start-up Stage in Halle 2.1. Garantiert setzen die verbalen Boxer auf Originalität. Eingerahmt werden die Kämpfer von den Ständen der 68 Start-ups, die sich auf der Messe warm laufen.

IBM: Digitale Transformation

Schon um 10 Uhr beschreibt Norbert Janzen, IBM-Geschäftsführer und -Arbeitsdirektor, in der Keynote Arena in Halle 2.1 aus dem Unternehmen, das seit über 25 Jahren mit mobilen Arbeitsplätzen und Zeitsouveränität experimentiert, von den aktuellen Entwicklungen in der Mitarbeiterführung und einer agilen Infrastruktur. Und um 15 Uhr steht Unternehmerin Judith Williams auf ebendieser Bühne. Die Investorin im Vox-Format „Die Höhle der Löwen“ redet darüber, was gestandene Unternehmen von Start-ups lernen können.

Thementag: INQA bietet Abwechslung

Der INQA-Stand mit seinem guten Kaffee hat schon Tradition. Dieses Mal liegt das Forum 2, auf dem die Initiative Neue Qualität der Arbeit ihre Facetten von Arbeiten 4.0 präsentiert, in Halle 2.1 gleich gegenüber. Donnerstag stehen morgens die Themen Flexible Arbeitszeiten und Chefsache Gesundheit auf dem Plan. Zum Abschluss referiert Frank Schomburg um 12 Uhr über sieben Wertewelten, die jeder Personaler kennen sollte. Der Geschäftsführer der nextpractice GmbH in Bremen läutet mit seiner Studie das Ende des zwanghaften Wir ein. 

Aktuelle Arbeitswelten: Ausprobieren erlaubt

Die Arbeitswelten.HR erzählen die Story des Digital Native Nico Nowack, der an seinem ersten Arbeitstag als Personalentwickler in der Konzern-Vorzeigewelt die schönen Seiten der Mitarbeiterorientierung genießen kann. Auch Messegäste, die Nicos Story an den Haaren herbei gezogen finden, sollten sich keinesfalls von der bemühten PR davon abhalten lassen, die Fläche S.40 in Halle 2.1 zu begehen. Ein Spaziergang entlang der Meeting-Ecken und Schulungsbuchten, dem Online-Planspiel und dem Single-Fitness-Studio regt zum Ausprobieren an. Die Büromöbel in den aktuell pastelligen Modefarben und Rücken-bewegenden Formen laden zum Bleiben ein. Und die Infos ums Recruiting über Jobware, Stepstone oder den Messeveranstalter job40plus bringen auf gute Ideen für die eigene Personalarbeit. HCD, die Planungsgesellschaft für Arbeitswelten und Bürolandschaften, kann zwar die miese Messehallenbelüftung nicht abstellen, überzeugt aber dennoch mit der Kombination der Faktoren Ergonomie, Akustik, Klima, Licht und Farben. Ein entspannendes Erlebnis für alle Sinne.  

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