21.10.2016 | Top-Thema Zukunft Personal 2016

Zukunft Personal: Das Morning Briefing zum zweiten Messetag

Kapitel
Startups im Boxring: Beim Founders Fight im Startup Village duellierten sich die Jungunternehmer verbal.
Bild: Haufe Online Redaktion

Blau ist die Pflicht und Orange ist Tschakka: Bunte Eindrücke vom Auftakt der Zukunft Personal 2016 und die wichtigsten Programmpunkte am zweiten Messetag haben wir in unserem Morning Briefing zur Messe zusammengestellt.

HR Innovation Award, Deutschlands beste Jobportale und Startups beim Founders Fight: Auf der Zukunft Personal 2016, der wichtigsten deutschen HR-Fachmesse des Jahres, ist ein ereignisreicher erster Messetag zu Ende gegangen. Doch auch Abseits der "großen" Programmpunkte gab es Interessantes und Bemerkenswertes. Das Personalmagazin hat einige Eindrücke gesammelt.

Playmobilmännchen, humanoide Roboter und Mr. Icecream: So fallen Aussteller auf

Die Playmobilmännchen stehen im Regen. Oder genauer: Sie sitzen im Großraumaquarium unter der grünen Gießkanne, aus der das Wasser rinnt. Wie viele Tropfen sie abbekommen, ist Glück oder Unglückssache. Gießkannenprinzip eben, verbreitet auch in der Weiterbildung. Das Startup Evalea verspricht als Alternative zur Gießkanne online-Messung für freie Trainer und Weiterbildungsmanager in Firmen: durch eine evaluierende Begleitung und Benchmarking.   

Der Roboter spricht ein etwas schnarrendes Englisch, aber immerhin: Der Oracle-Maschinenmitarbeiter fragt nach, wenn er sein Gegenüber aus Fleisch und Blut nicht versteht – und eine Bonbonschüssel trägt er auch mit sich herum. Seine menschlichen Standkollegen und -kolleginnen springen auch gerne ein, wenn es um Talent Management oder Social Recruiting geht.

Den Meister der Give Aways aber hat Jobware wieder an Bord: Mr. Icecream führt seine Zaubertricks vor, jongliert und spielt mit der kalten Lust seiner köstlichen Kugeln. Dem Jobportal ist die Aufmerksamkeit der Besucher sicher.   

Start-ups: Auf der Bühne oldfashioned

Jungunternehmer haben ihre eigene kleine Bühne inmitten der Start-up-Village aus Ständen, an denen der Interviewroboter von Hokify schnelleres Rekrutieren verspricht, Spielegestalter und Personaldisponenten agieren sowie Mobiljob auf die Suche gewerblicher Mitarbeiter setzt. Doch so mancher der 15-minütigen Stage-Sessions könnte einen Schuss Spannung vertragen: Wer zum Beispiel Personalern den Demographie-Tannenbaum zeigt, um für seine 40plus-Plattform zu werben, erzeugt eher Langeweile als Interesse. Statt bei Adam und Eva anzufangen, brauchen die Personalprofis Infos über den Nutzen. Der kommt auch beim „Segeln als Team“ nicht so richtig zur Geltung. Flatternde Segel als unmittelbares Feedback allein machen den Segeltörn nicht zum lohnenden Teamevent. Sinnvolle Ergänzung ist der anschließende Workshop mit Dr. Olaf Wenzel an Land – aber für den bleibt leider im Vortrag kaum Zeit.

Deutschlands beste Jobportale

Stepstone räumt 2016 ab. Als Generalisten-Jobbörse kann das Unternehmen seinen Spitzenplatz einmal mehr verteidigen. Aber in diesem Jahr votieren auch gleich drei von vier Bewerbergruppen für die Axel-Springer-Tochter, die in Düsseldorf sitzt: Natur- und Wirtschaftswissenschaftler verlassen sich ebenso auf Stepstone wie der Nachwuchs aus Studierenden, Absolventen und Young Professionals. Nur die Ingenieure ziehen Jobvector vor.

Bei den allgemeinen Jobbörsen folgen Jobware und Stellenanzeigen.de auf den Mehrfachsieger Stepstone. In den Kategorien Spezialisten und Suchmaschinen sind allerdings die Sieger andere. Unter den Spezialisten-Jobbörsen setzt sich Jobvector an die Spitze – vor Yourfirm und Azubiyo. Kimeta und Indeed teilen sich das oberste Treppchen bei den Jobsuchmaschinen.

Zwar haben in diesem Jahr mit 16 000 Bewerbern weitaus weniger Jobportal-Nutzer ihre Erfahrungen geteilt, dafür stieg die Zahl der Arbeitgeber, die in die Wertung eingingen, von 5700 auf rund 8000. Das Institute for Competitive Recruiting (ICR), Heidelberg, warnt allerdings Stepstone und die anderen Sieger davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Denn die Social Media Business Networks Xing und Linkedin holen als Jobbörsen auf. Die beiden Netzwerke teilen sich bei den Generalisten Platz 4, bei den Nachwuchsleuten gar Platz 3 und bei den Naturwissenschaftlern steht Linkedin auf dem dritten Platz. Ob es zum Paradigmenwechsel von Jobbörsen zu Business-Netzwerken kommt, wird man in den kommenden Jahren beobachten können.    

Ryanair: Immer billig bleiben

Was antwortet ein Chief People Officer, wenn Moderatorin Anke Fabian ihn fragt, was er morgen ändern würde, wenn er könnte? „Das deutsche Steuersystem!“ Eddie Wilson Personalchef von Ryanair, setzt in seiner gesamten Rede deutlich andere Schwerpunkte als es die meisten deutschen Personalmanager wohl tun würden. Ein bisschen Unternehmenspräsentation kann ja nicht schaden, aber bei den Details des Ziels, immer billig zu bleiben und doch besser zu werden, kommen Personalfragen etwas kurz. Klar, Ryanair verhandelt nicht mit Gewerkschaften, und wer für die Fluglinie arbeitet, muss hart arbeiten zu einem Gehalt, das Wilson „well“ findet. Doch Mitarbeiterbindung und Personalentwicklung sind halt auch Fremdwörter für Eddie Wilson. 

Die Farborgie von Gunter Dueck: So macht Schelte Spaß

Volles Haus bei der Schelte für Personalmanager. Gunter Dueck serviert eine wahre Farborgie, um Menschen und Firmen einzuteilen: Rot steht für Shareholder Value und Vasallentum, Blau für Pflichtmenschen und Firmen in den Towers, die die Belohnung auf später verschieben. Orange wiederum setzt auf Tschakka und Leistungspunkte. Sympathischer wirkt Grün, das echte Menschen sucht sowie gleichzeitig Betriebsklima wie Kunden pflegt. Die Farbe Gelb braucht Top-Talente, die man wie ein Scout suchen muss. Dem Mathematiker, Ex-IBM-Manager und Zukunftsdenker macht es sichtlich Vergnügen, seinen Zuhörern zu erklären, dass sie 30 Jahre falsch – nämlich in Richtung Blau – gepolt wurden, was in den unruhigen, aber unabhängigen und selbstbestimmten Zeiten der Digitalisierung zum Untergang führt. Seine Blumen- und Tierbilder sowie seine aggressionsfreie Stimme mildern seine harsche Kritik ab – so bringt er Personaler dazu, über sich selbst zu lachen.    

Vorschau: Die Highlights am zweiten Messetag

Die Keynotes am Mittwoch kommen von Oracle-Vice President HCM Development Erik Steenacker und Dan Price, dem Gründer und CEO von Gravity Payments. Morgens räumt der Software-Manager in der Keynote Arena in Halle 2.1 mit dem Mythos Cloud auf, nachmittags legt der Chef des Bezahldienstes dort den Mindestlohn auf 70 000 US-Dollar fest. Eine Stunde, 15 Minuten sind für Price geplant. Da kann man ruhig am Anfang ein wenig Zeit abknapsen, um sich im Forum 9 (Halle 3.2) von Raúl Krauthausen mitreißen zu lassen. Der Inklusionsberater und Gründer der Sozialhelden schildert seine Projekte mit Verve.  

Das sollten Sie nicht verpassen

In Fuckup-Nights erzählen Gründer von ihren Tiefpunkten und ihrem Scheitern. Doch auch Manager kennen die kalte Dusche des Misserfolgs und Ausstiegs. Personalmagazin-Herausgeber Reiner Straub bricht am hellichten Messetag um 13 Uhr in der Keynote Arena das Tabu – und befragt seine Gesprächspartner beim Talk "Gescheiter scheitern" nach dem Stolpern und Wiederaufstehen.
Schon um 12 Uhr leitet Straub eine Podiumsdiskussion mit der leicht provokanten Frage „Braucht man für die Gestaltung der Arbeitswelt Software und Technologie?“ (Halle 3.2, Forum 8, Solution Stage)

Guided Tours auf der Messe

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht: Statt sich durch Pläne und den Messe-Katalog zu arbeiten oder im Blindflug durch die Hallen zu eilen, können Sie sich einer Guided Tour anschließen. Zweimal täglich geht es los mit einer kurzen Einführung in Halle 3.1, Stand K.18.

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