21.10.2016 | Top-Thema Zukunft Personal 2016

Messe der Superlative

Kapitel
Besucherrekord: Die Zukunft Personal 2016 war eine Messe der Superlative.
Bild: Spring Messe Management

HR kann Innovation. Das hat die Zukunft Personal 2016 sichtbar gemacht. Innovationen für die Arbeitswelt der Zukunft waren das Hauptthema, das der Messe einen Besucherrekord beschert hat.

Messechef Ralf Hocke hatte im Vorfeld der Messe die Messlatte sehr hoch gesetzt: Er wollte mehr Aussteller, mehr Innovationen und mehr Besucher. Er hat sein Versprechen eingelöst. Es gab bei allen klassischen Messekennzahlen zweistellige Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr: zwölf Prozent mehr Aussteller, 17 Prozent mehr Ausstellungsfläche und elf Prozent mehr Besucher. Ein Spitzenergebnis.

Mehr Übersicht

Die Stimmung war gut, teilweise sehr gut – an allen drei Tagen. Die Besucher bekamen ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Highlights und Preisverleihungen geboten. Die Foren waren diesmal thematisch den einzelnen Hallen zugeordnet, das erleichterte die Orientierung. Es gab neben den Fachvorträgen eine große Vielfalt an Sonderveranstaltungen, Awards und Prämierungen: beispielsweise „Deutschlands beste Jobportale 2016“, „Deutschlands beste E-Recruiting Software 2016“ und der „Deutsche Personalwirtschaftspreis“. Die Besucher können längst nicht mehr alle Highlights besuchen, sondern müssen sich festlegen und unter Kollegen absprechen, wer wohin geht. Das ist bei jeder großen Messe unvermeidbar.  

Innovationen als Innovation

Der HR Innovation Award war die wichtigste Innovation für die Messe. Dieser löste nicht nur über 100 Bewerbungen aus, er wurde auch von Ausstellern positiv aufgenommen, die nicht gewonnen hatten. Es ist das Verdienst der Messe in diesem Jahr, das Innovationsthema in der HR-Community voranzutreiben. Der Juryvorsitzende Stephan Fischer, Professor an der Hochschule Pforzheim, prägte bei der Preisverleihung den Satz, der zu einem Leitmotto wurde: „HR kann Innovation“. Die Keynote-Area, die für die zentralen Veranstaltungen genutzt wurde, war übrigens großzügig und sehr schön ausgestaltet, auch die Akustik stimmte. Ein echter Fortschritt für das Messeerlebnis.

Schwankungen bei den Besuchern

Die Hallen waren rege besucht, die Podien zogen viel Aufmerksamkeit auf sich, so dass bei den Hauptvorträgen der Besuch in den Hallen zurückging. Darüber beklagen sich zwar manche Aussteller, was sich aber nicht abstellen lässt, da diese Vorträge Attraktionen sind, die viele Besucher nach Köln locken. Die Mehrzahl der Aussteller war hochzufrieden: Die Zahl der Leads war erfreulich und die Qualität der Besucher besser als im Vorjahr. Für Anbieter aus dem Software- und Recruitingbereich, die zuletzt eine Messepause eingelegt hatten, lohnte sich die Rückkehr. Die Guided Tours, eine weitere Innovation, kamen zu einem Achtungserfolg: Es fand sich eine sicher noch ausbaufähige Zahl an Besuchern ein, die allerdings besonders interessiert waren. Ein guter Anfang ist gemacht.

Start-ups bringen den größten Zuwachs

Den größten Zuwachs für die Ausstellerzahlen brachten aber 57 Start-ups, die sich im Start-up-Village und auch im normalen Messebereich präsentierten. „Damit decken wir etwa 50 Prozent aller HR-Start-ups in Deutschland ab“, sagte Spring-Geschäftsführer Ralf Hocke in der Pressekonferenz.

Neuer Spirit und ganz neue Töne

Die Messe hatte einen starken Fokus auf Digitalisierung, Arbeiten 4.0 und HR-Start-ups. Ein noch kleiner Teil der Aussteller hat das aufgegriffen, um sein Standkonzept zu modernisieren. Gleichwohl ist beim Gang durch die eher „alten“ Messehallen noch wenig von der neuen Arbeitswelt zu erleben, wie Christian Kuhna, Director Think Tank Future Trends & Innovation bei der Adidas Group, bemerkte: „Der Weg in die Messehallen war wie eine Reise in die Vergangenheit“, provozierte der hip-gekleidete Zukunftsdenker. Eine Bemerkung, die natürlich für fast jede Messe zutreffen dürfte.

Das Dilemma am Abend

Am ersten Messeabend standen viele Besucher und Aussteller vor einem Dilemma: Wohin gehst Du? Ausstellerabend und HR-Night? Der Ausstellerabend, der vom Messeveranstalter ausgerichtet wird, überzeugte mit besserer Verpflegung, die HR-Night war der coolere Event, der eher jüngeres Publikum anzog. Gegenüber dem Vorjahr ist die HR-Night kräftig gewachsen und hat sich als Teil des Messegeschehens etabliert - obwohl den Veranstaltern um Henner Knabenreich von der "Zukunft Personal" juristisch untersagt wurde, auf der Homepage einen Bezug zur Messe herzustellen. Hoffentlich wird das nicht zu einer Seifenoper am Rande der so erfolgreichen Messe. Für Besucher wie Aussteller wäre zu wünschen, dass sich die beiden Veranstaltungen zusammen tun, was wegen den dahinter liegenden Rivalitäten aber schwierig werden dürfte. Eine terminliche Entzerrung wäre ein guter Kompromiss.

Der Battlesieger heißt Get in IT

Neue Formate wie „Gescheiter scheitern“ und „Founders Fight“ brachen einen neuen Spirit auf die Messe – und letzteres auch einen völlig neuen Ton: „Die härteste Pitch-Veranstaltung der Welt“, orakelte Initiator Jan C. Küster über die Zweikämpfe von Unternehmensgründern. Nach einer einminütigen Präsentation stellte sich jeder Teilnehmer einem Kreuzverhör seines Battle-Gegners und der Jury. Und dabei ging es ziemlich deutlich zur Sache. Insgesamt zwölf junge Jobportale, Coaching-Vermittler, Feedbacksysteme et cetera waren gegeneinander angetreten. Als finaler Sieger ging Rainer Weckbach von Get in IT aus den Battles heraus. Seine Online-Plattform richtet sich an Absolventen IT-naher Studiengänge und gibt diesen beim Berufseinstieg und der Arbeitgeberwahl Orientierung, indem sie IT-Einstiegsprogramme rund um den gesuchten Tätigkeitsschwerpunkt und Ort vorstellt.

Prämierte E-Recruiting-Software 

Über die Gewinner der „Besten Jobportale“ haben wir bereits berichtet, bleibt noch, die „Beste E-Recruiting-Software 2016“ zu nennen. Gut 400 Recruiter hatten ihre Wertungen abgegeben. Bei den Lösungen für Firmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern ging E-Recruiter als Sieger hervor, gefolgt von Coveto und Concludis. Bei den Lösungen für Firmen mit 1.000 bis 10.000 Mitarbeitern heißt der Erstplatzierte ebenfalls E-Recruiter. Platz zwei ging an Haufe-Umantis und Platz drei an Concludis. Und bei den Lösungen für Großunternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern führt Beesite von Milch & Zucker vor Successfactors und Taleo von Oracle.

Ausblick

Die Zukunft Personal 2016 war für den Veranstalter, die Mehrheit der Aussteller und die Besucher ein großer Erfolg. Die nächste Zukunft Personal findet vom 19. bis 21. September 2017 in Köln statt.

 

Autoren: Daniela Furkel, Reiner Straub

Schlagworte zum Thema:  Zukunft Personal

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