21.10.2016 | Top-Thema Zukunft Personal 2016

HR Innovation Award: Das sind die Sieger

Kapitel
Die Sieger des HR Innovation Award 2016: Talentwunder, Talents Connect, WHU, Spendit.
Bild: Haufe Online Redaktion

Auf der Messe Zukunft Personal wurde erstmals der HR Innovation Award verliehen. In den vier Kategorien wurden prämiert: der Softwarehersteller Talentwunder, der Recruitingspezialist 22Connect, der Weiterbildungsanbieter WHU - Otto Beisheim School of Management und das Start-up Spendit.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier zur Zukunft Personal 2016 wurde erstmals der HR Innovation Award verliehen. Ralf Hocke, Geschäftsführer der Spring Messe Management GmbH, rief den Preis ins Leben, um einer der Ursprungsideen von Messen – die Vorstellung von Produktneuheiten – wiederzubeleben. „Mit dem HR Innovation Award wollen wir die Sichtbarkeit von innovativen HR-Produkten oder HR-Services erhöhen und einen Beitrag zur Gestaltung der Arbeitswelt leisten“, so Hocke.

Das Konzept ist aufgegangen. Es haben sich nicht nur über 100 Unternehmen um die Awards in den vier Kategorien beworben, der Preisverleihung wurde im Rahmen der Eröffnungsfeier auch ein würdevoller Rahmen gegeben. Stephan Fischer, Professor an der Hochschule Pforzheim und Vorsitzender der prominent besetzten Jury, stellte auf der Preisverleihung zunächst Wettbewerb und Auswahlkriterien vor. „Die Jury war sowohl von der Zahl wie auch der Qualität der eingereichten Bewerbungen positiv überrascht“, so Fischer.

HR Innovation Award: Die Auswahlkriterien

Insgesamt gab es vier Kategorien: Hard- und Software, Dienstleistung und Recruiting, Weiterbildung und E-Learning und Start-ups – wobei sich Start-ups teilweise auch in den anderen Kategorien beworben haben. Jede der eingereichten Bewerbungen wurde anhand folgender Kriterien geprüft: Innovationsgrad, Alleinstellungsmerkmal, technologische Qualität, Marktreife und Wirtschaftlichkeit, Implementierungszeit, Preis-Leistungs-Verhältnis und Relevanz für die Branche. Ferner wurde die wissenschaftliche Grundlage abgefragt, die aber nicht in die Punktewertung einfloss.

Sieger der Kategorie Software: Talentwunder

Als Sieger in der Kategorie Hard- und Software wurde die Firma Talentwunder UG ausgezeichnet. Das Berliner Start-up hat eine Active-Sourcing-Lösung entwickelt, mit der Unternehmen und Personalberater im Netz Talente identifizieren und mit ihnen Kontakt aufnehmen können. Die Idee ist ganz simpel: Der Kunde kann eine Suchabfrage nach Skills, Jobtiteln, Standorten, Sprache und Berufserfahrung eingeben und es werden Millionen Profile, die in 40 sozialen Netzwerken vorhanden sind, durchkämmt und Vorschläge gemacht. Anhand der Analyse der Profile glaubt Talentwunder erkennen zu können, ob eine Wechselbereitschaft vorliegt. Auch das wird in die Vorschlagsliste eingearbeitet.

Das Ergebnis hat die Jury überzeugt. Talentwunder bietet eine Lösung für eines der zentralen Themen der Personalarbeit, den Fachkräftemangel. Mit dem Einsatz neuester Technologien wird die aktive Suche nach Kandidaten für offene Stellen erleichtert. „Uns hat insbesondere der Algorithmus und die enorme Datenbasis beeindruckt, die Talentwunder zugrunde liegt“, erläuterte der Jury-Vorsitzende Fischer bei der Preisverleihung. Das Produkt hat bereits eine Marktreife erreicht und ist seit sechs Monaten im Einsatz. Personalberater wie auch einige Großunternehmen gehören zu den ersten Referenzkunden.

Zu den Finalisten in der Kategorie Hard- und Software gehören die Unternehmen Grün Software AG (Software zur Zeiterfassung), Speakap B.V. (Kommunikationsplattform für Handel und Hotellerie), Tandemploy GmbH (Plattform für Jobsharing) und Veda GmbH (Kollaborationsplattform).

Sieger der Kategorie Recruiting: 22 Connect

Sieger in der Kategorie Dienstleistung und Recruiting wurde die 22Connect AG, die die Plattform „Talents Connect“ betreibt: Mit aktuell mehr als 125.000 Nutzern handelt es sich dabei um eine der größten Matching-Plattformen für Berufseinsteiger und Young Professionals in Deutschland. Das Versprechen der Plattform: Das Job-Matching zwischen Unternehmen und Bewerbern beschleunigt sich. Die Young Professionals können sich in dem Portal anmelden, Hinweise zu ihren Wünschen an den Arbeitsplatz machen und so einen Job finden, der zu ihrer Persönlichkeit passt – je nachdem ob sie sich eher als Führungskräfte, Teamplayer, Querdenker oder Netzwerker sehen. Der Vorteil für Unternehmen: Die Plattform kann in die internen Prozesse integriert werden.

„Die Jury überzeugte der gesamte Lösungsansatz mit dem Einsatz von modernen Matching-Technologien“, so Fischer. Talent Connect legt beim Job-Matching den Fokus auf Persönlichkeit und Interessen eines Kandidaten. Das Portal ermöglicht Weiterempfehlungen statt Absagen und ist somit auch ein gelungenes Netzwerk zur Jobvermittlung. Außerdem erleichtert es Schülern, Studenten, Absolventen und Young Professionals die Orientierung bei der Berufssuche.

In der Kategorie Dienstleistung und Recruiting zählen zu den Finalisten: Jobware Online-Services GmbH (Virtual-Reality-Galerie), meinestadt.de GmbH (Azubi-App Talent Hero), Stepstone GmbH (Job-Messenger-App) und Vonq GmbH (Job-Marketing-Plattform).

Sieger der Kategorie Weiterbildung: WHU

In der Kategorie Weiterbildung und E-Learning wurde das General Management Plus Programm (GMP+) WHU – Otto Beisheim School of Management ausgezeichnet. Das Programm für Führungskräfte im mittleren Management verbindet die Ausbildung an einer Business School (WHU) mit sozialen Aktivitäten in einem Schwellenland. Die Teilnehmer erwerben Management-Kompetenzen und sind gleichzeitig vom ersten Tag an als verantwortliche Sozialunternehmer tätig. Sie müssen ein Lernzentrum in einer ländlichen Gemeinde eines Schwellenlandes (zum Beispiel Kambodscha und Sri Lanka) aufbauen. Durch Verwendung einer virtuellen Projektmanagement-Plattform und durch virtuelle Meetings mit Kontaktpersonen vor Ort entsteht ein interkulturell geprägtes, interdisziplinäres Arbeitsumfeld.

Die Jury hat die praktische Kombination von Managementkompetenzen und sozialer Verantwortung überzeugt. „Mit der Integration von sozialer Verantwortung in das Programm GMP+ wurde ein innovatives Weiterbildungsformat geschaffen, das dieser Entwicklung Rechnung trägt“, erläuterte Professor Fischer die Auswahlgründe.

In der Kategorie E-Learning und Weiterbildung waren unter den Nominierten: Mex IT GmbH (Micro-Learing-System), Planspielzentrum + Senat der Wirtschaft (Demokratie lernen), Serve Systems GmbH (Online-Quiz) und Time4you GmbH Communication & Learning (IBT-Storyboard-Conversion).

Sieger bei den Start-ups: Spendit AG

Als bestes Start-up wurde die Spendit AG für ihre App „Lunchit“ ausgezeichnet (lesen Sie hier das Unternehmensporträt von Spendit). Essensgutscheine sind ein altes Thema der Personalarbeit, das hier eine neue Lösung bekommt: mit mehr Komfort für die Mitarbeiter und weniger Verwaltungsaufwand für die Betriebe. Mit dem Einsatz der App entfallen künftig Papiergutscheine und die Beschränkung auf wenige Partnerrestaurants, da die Mitarbeiter einfach die Rechnungen einscannen und an die Arbeitsgeber übermitteln können. Mit einer OCR-Technologie werden die Daten auf den Rechnungen erfasst und steuerrechtlich korrekt an die Lohnbuchhaltung übergeben. Dies ist in 41 verschiedenen Ländern weltweit möglich.

„Die App Lunchit hat uns vor allem aufgrund ihrer Einfachheit beeindruckt, die zeigt, dass nicht immer ausgefeilte Algorithmen nötig sind, um Innovationen auf den Markt zu bringen“, sagte Professor Fischer bei der Preisverleihung. Besonders für kleine Firmen ohne Kantine biete die App eine simple Lösung für ein häufiges Problem. Das gemeinsame Mittagessen sei ein wichtiges Element für gelungene Vernetzung und Zusammenarbeit im Team. Mit Lunchit haben die Arbeitgeber ein Tool an der Hand, mit dem sie ihre Mitarbeiter dabei unterstützen können, ohne ihnen die freie Wahl des Restaurants oder des Essensdienstes zu nehmen.“

Die Nominierten in der Kategorie Start-ups waren 8vance BV (Matching-Technologie), Hokify - Jobswipr GmbH (App zur mobilen Jobsuche), Logon Consulting GmbH & Co. KGaA (E-Recruiter zur Sichtung von Bewerbungsunterlagen) und Smartransfer GmbH (Expertenfinder).

HR Innovation Award: Fazit des Wettbewerbs

Unter den Einreichungen für den HR Innovation Award waren viele bereits am Markt etablierte Unternehmen, die zahlreiche Innovationen in der Pipeline haben. „Neben einigen tollen Einreichungen von bereits etablierten Unternehmen war die Jury vor allem von den Start-ups angetan“, resümierte der Jury-Vorsitzende Fischer bei der Preisverleihung. So habe etwa mit Talentwunder ein kleines Start-up mit 14 Mitarbeitern gewonnen, das sein Produkt erst seit einem halben Jahr vertreibt, nun aber schon 40 Kunden bedient. „Bei den Einreichungen waren insbesondere die Software-Lösungen und Algorithmen für das Recruiting von hoher Innovationskraft. Diese Marktsegmente scheinen aktuell im Personalmanagement viele Neuerungen hervorzubringen“, so Fischer.

Partner des HRIA

Medienpartner des HR Innovation Awards sind die Süddeutsche Zeitung und das Personalmagazin. Zur Jury gehören Prof. Dr. Torsten Biemann (Universität Mannheim), Dr. Winfried Felser (Net-Skill Solutions GmbH), Prof. Dr. Stephan Fischer (Hochschule Pforzheim), Roland Hehn (Heraeus Holding GmbH), Prof. Gunther Olesch (Phoenix Contact GmbH & Co. KG), Cindy Rubbens (Marley Spoon), Peter Schwarz (VDI Verlag GmbH), Jannis Tsalikis (Vice Media GmbH), Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer (Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO), Dr. Simon Werther (Verband Deutsche Startups HR-Fachgruppe), Frank Kohl-Boas (Google), Christine Tolksdorf (Süddeutsche Zeitung), Reiner Straub (Personalmagazin Haufe-Lexware GmbH & Co. KG).

Hier geht's zur Bilderserie "Bilderserie HR Innovation Award 2016"

Schlagworte zum Thema:  Zukunft Personal, Innovation

Aktuell

Meistgelesen