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"Zeitarbeit 2011": Besseres Image durch Equal Pay?

Auf dem Kongress "Zeitarbeit 2011" stand vielfach das zu geringe Selbstbewusstsein der Branche im Fokus. Alle Teilnehmer wünschten sich eine deutlichere Profilierung der Leistungsfähigkeit der Branche in der Öffentlichkeit. Problem daran: Das schlechte Image der Zeitarbeit. Dass es noch keinen Konsens in Sachen Equal Pay gibt, vereinfacht die Lage nicht – im Gegenteil.

Dass Equal Pay kommt, sind sich zwar alle einig. Doch hapert es gerade an der Umsetzung – und die Zeit läuft ab. "Mittelfristig muss es eine sozial- und arbeitgeberverträgliche Equal-Pay-Lösung für die Zeitarbeitsbranche geben, damit dieser Wirtschaftszweig völlige gesellschaftliche Anerkennung erfährt!", mahnte zum Beispiel Helmut Meyer, Vorstandssprecher der GeAT AG auf dem Kongress "Zeitarbeit 2011" im November in Köln. Auch Beschäftigte in der Zeitarbeit müssen, so Meyer, "ohne zusätzliche Leistungen des Staates von ihrem Lohn leben können".

 

Verstreicht die EU-Frist, droht die politische Verordnung

Auch für Rechtsanwalt Stefan Leubecher ist klar, dass Equal Payment kommt. Die EU fordert die Umsetzung bis zum 5. Dezember dieses Jahres. Für ihn gibt es nur zwei Wege: "Entweder die Tarifpartner einigen sich, oder es wird politisch verordnet". Denn Angela Merkel habe klar gesagt, dass sie eine Equal-Payment-Lösung erwarte, sonst würde sie eingreifen, so Professor Michel Mattoug, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses. Sein Gegenvorschlag: "Dann machen wir es doch lieber selbst."

Leicht gesagt. Feststeht: Mit der Einführung des Equal Payments ergibt sich für Mattoug die Konsequenz, "dass die Zeitarbeitsbranche plötzlich zwei Kunden hat – den Entleiher und den Bewerber". Darauf müsste sich die Branche einstellen. Mattoug sieht aber auch eine Gefahr: "Ein Teil der Unternehmen wird es nicht packen."

 

Gewerkschaften sitzen am längeren Hebel

Wie wichtig es ist, das Branchenimage nachhaltig positiv zu entwickeln, zeigte nicht zuletzt der Auftritt von Detlef Wetzel, 2. Vorsitzender der IG Metall und Mitglied des IG Metall-Vorstands. Für ihn steht außer Frage, dass die Gewerkschaften beim Thema Equal Payment und dem neuen Tarifvertrag am längeren Hebel sitzen. Zur Not werde es eben die Politik richten. Das sei zwar nicht ideal, aber der Zweck heilige die Mittel.

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