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Zukunftsallianz Arbeit und Gesellschaft gegründet

Die Gründer der neuen Zukunftsallianz Arbeit und Gesellschaft feiern auf dem Zukunftsforum Personal.
Bild: Dirk Baumbach Fotografie

Die HR Alliance wird aufgelöst. Mit der "Zukunftsallianz Arbeit und Gesellschaft" (ZAAG) wollen die HR Alliance, das Demographie Netzwerk und die DGFP ein neues Bündnis gründen. Der Anspruch der Initiative lautet: "Wir sind die Übermorgenmacher."

Auf dem vierten Zukunftsforum Personal, das im September 2014 in Bonn stattfand, hatte sich zur Pressekonferenz eine ganze Riege an Persönlichkeiten aus dem Personalwesen versammelt, um etwas Großes zu verkünden. "Wir wollen keine neue berufsständische Lobby für Personalfachleute, sondern eine Allianz für alle Akteure gründen, die das System Arbeit fortentwickeln wollen", formulierte Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der HR Alliance, der die neue "Zukunftsallianz Arbeit und Gesellschaft" vorstellte. Der Verein ist formal zwar noch nicht eingetragen, das soll aber in den nächsten Wochen geschehen.

Neu ist an diesem Bündnis weniger der Anspruch – in ähnlicher Weise hatte das schon die HR Alliance auf ihre Fahnen geschrieben. Neu ist vor allem die Gruppe an Vereinigungen, die sich hier zusammengefunden hat: Neben den Mitgliedern der HR Alliance – Siegfried Baumeister für die Initiative zur Selbst-GmbH, Karl-Heinz Stroh für den Goinger Kreis – saßen Rudolf Kast als Vorsitzender des Demographie Netzwerkes DDN sowie Katharina Heuer als Geschäftsführerin der DGFP mit am Tisch.

BPM eroberte die Herzen der Personaler

Das Zustandekommen dieses Bündnisses ist etwas Besonders in der HR-Verbandsgeschichte. Sattelberger korrigiert damit eine Entwicklung, die er selbst initiiert hatte: Im Jahr 1999 hatte er zusammen mit Werner Then und Heinz Fischer die Initiative "Wege zur Selbst-GmbH" gegründet, die eine Art Konkurrenzorganisation zur DGFP war. Viele Personalfachleute, die mit der damals behäbigen und berufsständischen Orientierung der DGFP haderten, versammelten sich in dem neuen Bündnis, das sich gesellschaftlichen Fragen öffnete, basisdemokratisch organisiert war und frischen Wind in die Personalszene brachte. Die neue Initiative wuchs aber nicht so schnell, wie sich das die Gründer vorgestellt hatten.

Mit der Gründung der HR Alliance als Dachorganisation wurde das Bündnis zwar breiter, doch Ernüchterung kam auf, als mit dem Berufsverband der Personalmanager (BPM) ein neuer Verband die Herzen der Personalfachleute eroberte und sowohl die HR Alliance wie auch die DGFP in den Schatten stellte. Beide Organisationen brauchten lange, um eine Antwort auf die neue Situation zu finden.

Heuer konnte die Abtrünnigen wieder einsammeln

In den vergangenen zwei Jahren war es wiederum Sattelberger, der die Nähe zur DGFP suchte. Die DGFP verfügt sowohl über einen starken Apparat wie auch über eine Finanzkraft, beides fehlte der HR Alliance, die zuletzt den Austritt des Employer-Branding-Verbands Queb zu verkraften hatte. Der ehemalige Konzernmanager Sattelberger sorgte sich um die Zukunft der HR Alliance und machte in den vergangenen Monaten mächtig Druck, um die Selbst-GmbH und den Goinger Kreis für die neue Zukunftsallianz zu gewinnen – was schließlich gelang.

Doch der eigentliche Gewinner der neuen Zukunftsallianz ist nicht Sattelberger, es ist DGFP-Geschäftsführerin Katharina Heuer. Mit ihrem neuen Kurs der Öffnung und Modernisierung hat sie die DGFP bündnisfähig gemacht und konnte offenbar auch menschlich die "Abtrünnigen" wieder einsammeln.

Sperriger Name, anspruchsvolle Ziele

Das neue Bündnis, das sich mit "Zukunftsallianz Arbeit und Gesellschaft – Die Übermorgenmacher" einen etwas sperrigen Namen gab, hat sich viel vorgenommen. Die Ziele klingen anspruchsvoll: In ihrer Gründungserklärung sprechen sie von "sozialen Innovationen", mit denen sie eine "menschengerechte Zukunft der Arbeit und der Gesellschaft" bauen wollen. Sie wollen sich um die Führungspraxis in den Unternehmen kümmern, um die Bildungspolitik, den Wissenserwerb, den demografischen Wandel und die Zukunftsfähigkeit der Volkswirtschaft. Das sind große Räder, die vor allem in Berlin gedreht werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dgfp.de und www.vision-forum.de.

Autor: Reiner Straub, Herausgeber Personalmagazin


Update: Am 3. Juli 2015 wurde der Verband offiziell gegründet.

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