| Personalmanagementkongress 2014

Macht und Einfluss von HR

Beim diesjährigen Personalmanagementkongress des BPM drehte sich alles um das Thema Macht.
Bild: © Laurin Schmid

Beim Personalmanagementkongress 2014 diskutierten mehr als 1.500 Teilnehmer über das Thema Macht. Der Veranstalter, der Bundesverband der Personalmanager (BPM), hat sich dabei selbstbewusst präsentiert.

Der Begriff „Macht“ ist in vielen Unternehmen ein Tabu. „Wir reden von Einfluss“, bekannte etwa Dr. Stephan Leitner, Personalvorstand der Deutschen Bank zur Eröffnung des Kongresses. Im Laufe seiner Keynote gebrauchte er dann immer selbstverständlicher den Begriff „Macht“, wenn er die Gestaltungsmöglichkeiten der Personalabteilung beschrieb. Für die Großbank benannte er drei Felder, bei denen die Personaler gegenwärtig die Federführung haben: Bei dem von den CEOs verordneten Kulturwandel, dem Umbau der Organisation („operative Exzellenz“) und bei der Sicherstellung eines gesetzeskonformen Verhaltens der Mitarbeiter. Die Personalabteilung habe heute eine viel mächtigere Rolle für die Bank als in der Vergangenheit, so Leitner.

Nerv der Personalszene mit Machtthema getroffen

Was sich in der Keynote andeutete, setzte ich dann auch im Verlauf des Kongresses fort. Die über 1.500 Teilnehmer, die sich in Berlin zu dem größten Branchenevent versammelt hatten, setzten sich intensiv und auch immer selbstbewusster dem Kongressmotto auseinander. Die 100 Vorträge, die in bis zu 15 parallel laufende Veranstaltungen liefen – was eine Übersicht schwer machte – drehten sich zwar vielfach um operative Themen wie Rekrutierung oder Führung, doch das Leitthema prägte die Vorträge in den großen Sälen.

Eine praktische Anleitung für den Umgang mit der Macht lieferte Walter Kohl am zweiten Kongresstag. Der als „Sohn vom Kohl“ Anmoderierte gab aber keinen Einblick in die Machtsphären des Altkanzlers, was mancher erwartet hatte, sondern präsentierte sich als Unternehmer, der seit kurzer Zeit ein „Zentrum für eigene Lebensgestaltung“ betreibt. Er machte den HR-Managern Mut zur Ausübung von Macht. Macht verderbe nicht den Charakter, wie es so oft heiße. Macht an sich sei harmlos, es komme auf die Dosis an. Für viele Mächtige, und da kam er dann doch auf die Politik zu sprechen, sei es das Problem, dass sie auf die Macht fixiert seien und Angst hätten, Macht zu verlieren. „Wer dosiert mit Macht umgehen kann, ist stark“, rief Kohl den Teilnehmern zu und bekam dafür großen Applaus.

Buntes Programm mit Fußball und Preisverleihungen

Der Kongress war auch ein großes Spektakel: Public Viewing des WM-Spiels der Deutschen, die rauschende Nacht der Personaler im Friedrichstadtpalast und zahlreiche Preisverleihungen: Die Awards für New Work gingen an die BMW Group für ihr Projekt „Flexibel arbeiten, bewusst abschalten: Mobilarbeit bei BMW“, das auf eine optimale Balance an Büro- und Mobilarbeit setzt. In der Kategorie kleine und mittelständische Unternehmen wurde das Tesa Werk Offenburg mit seinem Konzept „Life Plus – Ein integriertes Konzept für den demografischen Wandel“ ausgezeichnet, bei dem die Beschäftigten von Erfolgsbeteiligungen und Jobrotationen profitieren. Die AOK Baden-Württemberg gewann den Award in der Kategorie Organisationen und Verbände für ihr Projekt „Karriere mit Kind“.

BPM auf Wachstumskurs

Mit dem Kongressverlauf war Joachim Sauer, Präsident des BPM sehr zufrieden. Das Kongressmotto sei bei vielen HR-Managern gut angekommen. „Den HR-Managern wird nicht nur zu wenig Macht gegeben, sie nehmen sich auch zu wenig“, sagte er und glaubt, dass die Diskussionen den Teilnehmer geholfen haben, selbstbewusster mit dem Thema umzugehen. Besonders erfreut war er allerdings darüber, dass die Mitgliederzahl des BPM weiter wächst und am Ende des Kongresses bei 4.050 angekommen ist. Der BPM erreiche zunehmend auch die Dax-Unternehmen, die Personalvorstände von SAP und Thyssenkrupp waren unter den Teilnehmern. Der Personalvorstand der Deutschen Bank erklärt sogar im Rahmen seiner Keynote seine Beitrittsabsicht.

„Wir bekommen richtig Fahrt“, meinte Sauer, der den BPM weiter verändern will. Dafür müsse der BPM seine finanzielle Basis stärken. Die Mitgliederzahlen sollen weiter wachsen, der Mitgliedsbeitrag würde um zehn Euro erhöht und Fördermitglieder sollen gewonnen werden. „Wenn wir von einem Bundesministerium um eine Stellungnahme zur Frauenquote gebeten werden, müssen wir das leisten können. Allein über das Ehrenamt ist das nicht möglich.“ Auch den Kongress möchte er im nächsten Jahr verändern.

Hinweis: Mehr zum Thema „Macht von HR“ finden Sie in Ausgabe 07/2014 des Personalmagazins.

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