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Tiefgreifende Veränderung am Arbeitsmarkt erwartet

Demografischer Wandel und Fachkräftemangel sind längst keine Fremdwörter mehr. Diese Trends verändern den Arbeitsmarkt aber schneller, als vielfach angenommen. Nach einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung geht die Anzahl der 19- bis 24-Jährigen bis zum Jahr 2025 bundesweit um 1,2 Millionen Menschen zurück.

Besonders betroffen ist der Osten Deutschlands: Mit Ausnahme von Brandenburg und Berlin wird sich dort die Altersgruppe der 19- bis 24-Jährigen bereits in den kommenden fünf Jahren nahezu halbieren. Dabei spielt gerade diese Altersgruppe eine entscheidende Rolle. "Für die künftige Entwicklung des gesamten Arbeitskräfte-Potenzials ist die Gruppe der 19- bis 24-Jährigen von besonderer Bedeutung, da in diesen Altersjahrgängen Studium, Meisterausbildung und andere weiterführende Ausbildungen stattfinden", sagte Vorstandsmitglied Dr. Brigitte Mohn bei der Vorstellung der Untersuchung. Für die Rekrutierung des Nachwuchses gerade in kleineren und mittelständischen Unternehmen sei das Ergebnis der Analysen daher von besonderer Brisanz.

 

Herausforderung für Betriebe

Die teilweise stark abnehmende Anzahl der 19- bis 24-Jährigen stellt nach Auffassung der Bertelsmann Stiftung eine große Herausforderung für die schulischen und betrieblichen Bildungsangebote dar. Die Unternehmen sollten sich auf die älter werdenden Belegschaften einstellen. Dazu gehört, einerseits frühzeitig nachhaltige Altersstrukturen aufzubauen und andererseits in die Weiterbildung der älteren Mitarbeiter zu investieren. Alleine durch die Einstellung jüngeren Nachwuchses werden sich die Belegschaften nicht hinreichend weiterentwickeln können - mangels ausreichender Bewerberzahlen. Die gesamte betriebliche Personalentwicklungspolitik wird sich daher umorientieren müssen. Die Belegschaften altern zwar statistisch, aber nicht unbedingt in ihrer Leistungsfähigkeit.

Die Analysen der demographischen Daten zeigen insgesamt eine massive Veränderung des gesamten Erwerbspersonen-Potenzials. Dies betrifft besonders die Entwicklungen in den unterschiedlichen Altersgruppen: Während die Zahl der 45- bis 64-Jährigen von 2006 bis 2025 um 1,4 Millionen zunimmt, wird sich die Zahl der jüngeren Erwerbstätigen von 25 bis 44 Jahren in diesem Zeitraum um 3,7 Millionen verringern. Die regionalen Entwicklungen sind jedoch sehr unterschiedlich. "Für die Unternehmen wird es zunehmend schwierig werden, Arbeitskräfte zu gewinnen", sagte Brigitte Mohn. "Angesichts der zurückgehenden Zahl junger Menschen wird es immer wichtiger, alle bestmöglich zu qualifizieren."

 

Die Entwicklungen in den Bundesländern

Die größten Verlierer unter den Bundesländern in der Altersgruppe der 19- bis 24-Jährigen bis zum Jahr 2025 sind Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit jeweils -48 Prozent. Weniger betroffen von den Auswirkungen des Demographischen Wandels ist Schleswig-Holstein (-8 Prozent).

Der "Wegweiser Kommune" stellt für jede Stadt mit mehr als 5.000 Einwohnern Daten zur Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2025 zur Verfügung. Zudem findet man mehr als 230 sozioökonomische Indikatoren. Ergänzt werden diese Daten durch Handlungskonzepte, sowie durch gute Praxisbeispiele.

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