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Studie: Jobwechsel für jüngere Arbeitnehmer eher eine Alternative

Gerade vielen jungen Mitarbeitern rund um den Globus mangelt es an Identifikation mit ihrem Arbeitgeber. Zudem nehmen sie Arbeitsdruck innerhalb ihrer Firma stärker wahr, so die Ergebnisse einer internationalen GfK-Studie.

Obgleich jüngere Mitarbeiter zumeist von den größten Verantwortlichkeiten innerhalb ihrer Firma entbunden sind, fühlt sich gerade unter ihnen ein höherer Anteil "oft” beziehungsweise "fast immer” eingeschränkt hinsichtlich Work-Life-Balance, längerer Arbeitszeit oder auch persönlicher Gesundheit.

Wenngleich 61 Prozent der jungen Arbeitnehmer Karrierechancen sehen, so liegen diese jedoch für viele von ihnen bei einem anderen Arbeitgeber oder gar in einem anderen Land. Sechs von zehn der jüngeren Mitarbeiter (58 Prozent) suchen aktiv nach einem neuen Job oder werden die Suche in den nächsten sechs Monaten angehen. Zwei Fünftel (41 Prozent) der Junioren würden für einen neuen Arbeitsplatz auch auswandern.

 

Arbeitsbelastung fordert Tribut

In vielen Ländern fordern auch die Arbeitsbelastungen unter den jüngeren Arbeitskräften ihren Tribut hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden. Die weltweite Wirtschaftsflaute machte viele Hoffnungen zunichte und löste Ernüchterung aus. Mehr als ein Drittel der jungen Arbeitnehmer war gezwungen eine Stelle anzunehmen, mit der sie nicht zufrieden waren (36 Prozent) oder mussten gar einen anderen Karriereweg einschlagen (37 Prozent).

Die Firmen schnallen ihre Gürtel enger und die jüngere Belegschaft scheint auch hier die Hauptlast zu tragen: Zwei Fünftel (39 Prozent) haben das Gefühl, dass ihr Arbeitgeber die Rezession als Rechtfertigung benutzte, ihnen mehr Arbeit aufzubürden. Dagegen empfindet nur einer von vier (24 Prozent) der älteren Kollegen ebenso. Verglichen mit 22 Prozent der über 60-jährigen Angestellten, sorgt sich zudem ein Drittel der Junioren (34 Prozent), nicht genug Ressourcen zur Verfügung zu haben, ihre Arbeit effektiv zu erledigen.

 

Work-Life-Balance lässt zu wünschen übrig

Dies wiederum hat Auswirkungen auf das Wohlbefinden junger Mitarbeiter. So sind zwei Fünftel (40 Prozent) häufig sehr gestresst bei der Arbeit – ein höherer Prozentsatz als in allen anderen Altersgruppen. Darüber hinaus fühlt sich beinahe ein Drittel der Junioren (31 Prozent) unter Druck gesetzt, lange Arbeitszeiten auf sich nehmen zu müssen. Zwei Fünftel von ihnen (39 Prozent) – abermals der höchste Anteil aller Altersgruppen – sind infolgedessen unglücklich mit ihrer Work-Life-Balance. Ein Drittel (32 Prozent) der jungen Arbeiterschaft sagt sogar aus, dass sich der hohe Arbeitsdruck und Stress auf ihre Gesundheit niederschlägt. Dies sind 5 Prozent mehr als bei den 50-59-jährigen Angestellten und sogar 10 Prozent mehr als bei den über 60-Jährigen.

 

Über die Studie

Der GfK International Employee Engagement ist eine Studie der GfK Custom Research. Hierzu wurden zwischen Februar und April 2011 insgesamt 30.556 Arbeitnehmer in 29 Ländern mittels Online-, Telefon-oder persönlichen Interviews befragt.

Das "GfK Employee Engagement” misst die Identifikation einer Arbeitskraft mit dem Unternehmen, ihr Engagement sowie die Bereitschaft, bei dem jeweiligen Arbeitgeber zu bleiben.

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