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Schlagfertig ins neue Jahr (Teil 2): Souverän durch Stimme und Körpersprache

Damit schlagfertige Antworten auch richtig "sitzen", muss Ihre Körpersprache angemessen sein. Aber auch mit Ihrer Stimme können Sie die Wirkung Ihrer Worte erheblich steigern. Wertvolle Tipps, wie Sie durch eine bewusste Körperhaltung, Mimik oder Gestik Angriffe wirkungsvoll parieren können, erhalten Sie im zweiten Teil unserer Serie.

Es kommt nicht nur darauf an, was wir sagen, sondern ebenso wichtig ist, wie wir das tun. Und bei diesem Wie spielt die Körpersprache eine ganz entscheidende Rolle. Problem daran: Mit unserem Körper senden wir ständig Signale aus, meistens sind wir uns dessen aber gar nicht bewusst. Deshalb ist es in einem ersten Schritt wichtig, dass Sie Ihre Wahrnehmung für Ihre nonverbalen Signale schärfen.

Tipp 1: Achten Sie im Alltag bewusst auf kleine Gesten, Körperhaltung, Hände. Leihen Sie sich einen Film aus, den Sie noch nicht kennen. Stellen Sie bei einer Gesprächsszene den Ton ab. Versuchen Sie an der Körpersprache abzulesen, über was gesprochen wird. Kontrollieren Sie später, ob Sie Recht hatten.

 

Eine Frage der Haltung

Wie Sie bei jemandem ankommen, das entscheidet sich bereits durch Ihre Körperhaltung. Wer sich beispielsweise mit verschränkten Armen zurücklehnt, der signalisiert: Ich blocke ab. Hingegen wirkt es einladend, wenn Sie mit offenen Armen auf jemanden zugehen – so wie es die Showmaster im Fernsehen tun. Dabei kommt es auch hier auf die richtige Dosierung an: Gerät die Geste zu übertrieben, wirkt das eher aufdringlich.

Tipp 2: Nehmen Sie eine Körperhaltung ein, durch die Sie Zuversicht und Energie ausstrahlen. Machen Sie sich eher groß als klein. Sitzen Sie niemals zusammengesunken da, sondern richten Sie sich auf.

 

Mit Gesten überzeugen

Sie können die Wirkung Ihrer Aussagen beträchtlich erhöhen, indem Sie sie mit Gesten unterstreichen, also Ihre Hände zu Hilfe nehmen. Vorsicht ist jedoch vor allem bei solchen Gesten geboten, die der Verhaltensforscher Peter Collett "Tells" genannt hat (to tell = erzählen), weil sie uns über denjenigen, der sie verwendet, etwas "erzählen" – was demjenigen häufig gar nicht recht ist. So gilt es für Collett als verräterische Geste, wenn jemand den Finger an den Mund legt. Das könnte nämlich bedeuten, dass er gerade die Unwahrheit sagt. Aber auch Unsicherheitsgesten wie das Schulterzucken und das Kopf wackeln, "Gewaltgesten" wie Faustschläge oder Würgegriffe verraten oft mehr über den Sprecher, als ihm lieb ist. Ebenfalls stark in Verruf geraten ist der Gebrauch des Zeigefingers. Er gilt als Geste der Oberlehrer und Besserwisser. Daher empfiehlt es sich, auf solche Gesten bewusst zu verzichten.

Tipp 3: Bei vertrauensbildenden Gesten kehren Sie Ihrem Gesprächspartner "weiche" und verletzliche Seiten zu: die Handflächen, den Innenarm, Bauch und Brust, ohne die Arme davor zu verschränken. Bei abweisenden Gesten kehren Sie dem anderen Ihre "harten Seiten" zu: den Handrücken, den Außenarm, den Ellenbogen, die Schultern, den Rücken.

 

Mimik richtig einsetzen

Wer in Ihr Gesicht schaut, bekommt einen Einblick, was in Ihnen gerade vor sich geht. Doch unser Gesicht ist nicht nur ein Spiegel unseres Innenlebens, wir sind auch meisterhaft darin geschult, in Gesichtern zu "lesen". Wir nehmen selbst subtile Veränderungen wahr und sind in der Lage, sie zutreffend zu deuten. Werden Sie nun angegriffen, geht es zunächst einmal darum, dass Sie nicht in Panik geraten und Ihnen die Gesichtszüge "entgleisen". Denn dann werden Sie zu einer schlagfertigen Antwort gar nicht in der Lage sein, sondern allenfalls eine kleinlaute Bemerkung murmeln.

Tipp 4: Versuchen Sie Ihre Mimik so weit zu steuern, dass Sie nicht die Augen aufreißen, die Augenbrauen nach oben und die Mundwinkel nach unten ziehen. Wenn Sie auch noch den Mund aufsperren, dann wäre das "Angstgesicht" perfekt, das Sie noch weiter lahm legt und Ihrem Angreifer das triumphale Gefühl beschert, dass er Sie getroffen hat.

Tipp 5: Wenn Sie antworten, suchen Sie den Blickkontakt. Schauen Sie dem anderen direkt in die Augen. Bereits das kann ihn entwaffnen. Wenn er wegschaut, haben Sie schon halb gewonnen. Jetzt feuern Sie Ihre schlagfertige Erwiderung auf ihn ab. Schauen Sie ihn dabei an. Und dann wenden Sie Ihren Blick wieder ab. Unter Umständen können Sie dieses Abwenden noch mit einer Körperdrehung unterstreichen. Damit signalisieren Sie: Die Sache ist für mich abgeschlossen.

 

Die Kraft Ihrer Stimme nutzen

Wenn Ihre Stimmte nicht passt, geht auch die treffendste Bemerkung daneben. Ist die Stimme zu schrill, zu dünn, zu blechern, zu leise oder zu vernuschelt, nehmen Sie einer schlagfertigen Antwort viel von ihrer Wirkung. Aber es geht nicht nur darum, artikuliert und laut zu sprechen. Mit Ihrer Stimme "färben" Sie Ihre Mitteilung ein. Und das eröffnet Ihnen interessante Möglichkeiten. So können Sie die größte Gemeinheit in zuckersüßem Ton vortragen, dass der andere es Ihnen nicht einmal übel nimmt. Oder aber Sie tarnen die Frechheit als fröhlichen Witz. Das klappt meist noch besser.

Tipp 6: Der Ton macht die Musik. Sie werden wenig Wirkung erzielen, wenn Sie mit zittriger ängstlicher Stimme sprechen. Antworten Sie hingegen in einem ruhigen, selbstbewussten Ton, können Sie fast alles äußern und wirken niemals schwach.

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