07.03.2012 | Personalszene

Schlagfertig (Teil 8): Vor Publikum überzeugen

Wenn Sie im Beisein von anderen schlagfertig sein müssen, ist das ein besonderer Fall: Ihre Antworten richten sich nicht allein auf Ihren Kontrahenten, sondern Sie müssen auch das Publikum überzeugen und auf Ihre Seite ziehen. Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie hier.

Sie führen mit jemandem eine Diskussion, das Publikum hört zu und bildet sich eine Meinung über den Sachverhalt, über den geredet wird. Dieses Publikum entscheidet in vielen Fällen, wie gut Ihre Erwiderung angekommen ist. Es bildet eine Art „Resonanzraum“, der die Wirkung Ihrer Aussage verstärkt oder völlig schluckt. Manchmal ist das Publikum sogar entscheidend. Es geht gar nicht darum, was Ihr Gesprächspartner von Ihnen denkt. Den müssen Sie nicht überzeugen, der muss Sie nicht sympathisch finden – aber Ihr Publikum.

 

Verzichten Sie auf Fachchinesisch

Viele Diskussionen laufen jedoch vollkommen an den Zuhörern vorbei. Die Gesprächspartner drücken sich unverständlich aus, werfen mit Zahlen um sich, die keiner versteht greifen einander persönlich an und streiten über Dinge, die dem Publikum völlig egal sind.

Tipp: Wenn Sie vor einem Publikum diskutieren, sollten Sie sich vorher darüber klar werden, wen Ihre Argumente erreichen sollen: Ihren Gesprächspartner oder das Publikum?

Die wichtigste Regel lautet: Reden Sie so, dass Sie jeder versteht. Es nützt Ihnen gar nichts, wenn Sie sich sachlich korrekt ausdrücken, aber niemand Ihnen folgen kann. Haben Sie keine Angst, zu stark zu vereinfachen. Wenn die Gegenseite Ihnen das vorwirft, können Sie die Sache immer noch kompliziert machen.

 

Unterbrechen will gelernt sein

Schlagfertigkeit lebt davon, dass Sie auf einen Angriff postwendend reagieren. Bei einer Diskussion vor Publikum ist es allerdings vorgesehen, dass jeder seinen Redebeitrag liefert, während die anderen den Mund halten. Sie bekommen anschließend Gelegenheit, zu den unbewiesenen Behauptungen, Verleumdungen und niederträchtigen Lügen der Gegenseite Stellung zu nehmen. Das klingt fair, ist es aber nicht.

Denn eine schlagfertige Erwiderung lebt meist davon, dass sie aus der Situation heraus kommt. Jede Verzögerung schmälert ihre Wirkung. Wenn Sie damit warten, bis Sie wieder an der Reihe sind, können Sie sich die Bemerkung gleich schenken. Also: Nur Mut, manchmal muss man einfach unterbrechen, um einen klugen, witzigen, treffenden Kommentar anzubringen. Das amüsiert das Publikum und verunsichert die Kontrahenten.

Tipp: Wenn Sie Ihren Gegner unterbrechen wollen, dann tun Sie das mit einem möglichst knackigen Satz, der witzig und geistreich ist. Wer nur kopfschüttelnd protestiert und versucht, das Gespräch irgendwie an sich zureißen, kommt beim Publikum nicht gut an. Ebenso wenig wie jemand, der nur in Zwischenrufen seine Missbilligung („Blödsinn! Lüge!“) zumAusdruck bringt.

 

Setzen Sie Unterbrechungen sparsam ein

Dennoch: Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Sie punkten können, wenn Sie Ihrem Gegenüber möglichst oft ins Wort fallen und ihn durcheinander bringen. Das Gegenteil ist der Fall, Sie machen sich unmöglich. Sie wirken flegelhaft und aufdringlich, während der andere als Ihr Opfer erscheint. Beschränken Sie sich also bei Ihren Unterbrechungen auf ein, zwei Bemerkungen, die wirklich sitzen.

Tipp: In Diskussionen gilt: Vorsicht vor allzu bösen Kommentaren, die den anderen der Lächerlichkeit preisgeben oder ihn niedermachen sollen. Wird der andere zum Opfer, kostet Sie das Sympathien.

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