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Schlagfertig ins neue Jahr (Teil 3): Blockaden verstehen und durchbrechen

"Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt", wusste schon Mark Twain. Warum das so ist und wie Sie solche Blockaden gekonnt durchbrechen, erfahren Sie im dritten Teil unserer Serie.

Jeder kennt das Gefühl: Da wird man von irgendeiner Frechheit überrascht und will etwas sagen – einen Satz, der die Situation auf einen Schlag klärt. Einen Satz, der dem anderen deutlich macht, dass man sich nicht alles bieten lässt. Doch dieser Satz will uns einfach nicht einfallen. Zumindest nicht, solange wir ihn brauchen. Doch warum passiert uns das? Der simple Grund: Mit manchen Situationen haben wir schlicht nicht gerechnet.

 

Wie eine Blockade entsteht

Bei allem, was wir tun, handeln wir vor dem Hintergrund unserer Erwartungen. Gerade in Bereichen, in denen wir uns sicher fühlen, sind wir besonders anfällig dafür, dass wir plötzlich auf der Leitung stehen. Aus unseren Erfahrungen haben wir nämlich bewährte Routinen ausgebildet, die fast automatisch ablaufen. Unser Verstand befindet sich sprichwörtlich im Standby-Modus – und ihn wieder anzuschalten kostet Zeit.

Und umso mehr wir versuchen, eine schlagfertige Antwort parat zu haben, desto mehr setzen wir uns unter Druck. Wir geraten unter Stress und bekommen den geistigen "Tunnelblick". Sie werden beschränkt auf zwei Möglichkeiten: weglaufen oder angreifen. Doch weil Sie in solchen Situationen weder davonlaufen noch angreifen können, gibt Ihnen der Stress sozusagen den Rest. Sie werden denkunfähig, fühlen sich hilflos, unfähig und schwach. Egal, was Sie tun, es wird nicht das Richtige sein. Ihre Souveränität ist dahin.

Insgesamt führen folgende fünf Faktoren dazu, dass eine Blockade entsteht:

  • Böse Überraschung: Sie werden angegriffen und haben damit nicht gerechnet.
  • Souveränität ist bedroht: Wenn Sie jetzt nicht reagieren, sehen Sie schlecht aus.
  • Tempo, Tempo: Sie müssen ganz schnell etwas unternehmen.
  • Selbstwertgefühl ist angeknackst: Die anderen erscheinen stark, Sie fühlen sich schwach.
  • Ertrinkungs-Syndrom: Je stärker Sie sich innerlich wehren, desto schneller gehen Sie unter.

 

Tipps, wie Sie die Blockade durchbrechen

Aus diesem Wissen ergeben sich mehrere Ansatzpunkte, wie Sie künftig aus einer Blockade wieder herauskommen können oder sie von vornherein vermeiden.

Tipp 1: Sie können nicht erwarten, dass Ihnen schlagfertige Antworten zufliegen, wenn Sie unter Druck stehen. Das Geheimnis schlagfertiger Antworten heißt daher: vorbereitet sein.

Tipp 2: Bleiben Sie flexibel und offen für Überraschungen. Das hilft Ihnen auch bei der Schlagfertigkeit. Denn hier können Sie das Wenigste planen. Und lassen Sie zu, dass Dinge auch einmal schief gehen können.

Tipp 3: Als "eiserne Reserve" können Sie sich einen Fundus von Bemerkungen zurechtlegen, die irgendwie immer passen, wenn Sie in eine unangenehme Situation hineingeraten. Das können einfache Instant-Sätze sein wie "Das ist Ihr Problem" oder absurde Zitate, aber auch typische Männer-Frauen-Witze für Frotzeleien zwischen den Geschlechtern.

Tipp 4: Bauen Sie eine Art inneren Schutzschild auf, der verhindert, dass Sie verletzt werden. Der "innere Aufprallschutz" lässt die bedrohliche Situation gar nicht so nahe an Sie heran. Er federt alles ab. Sie können sich die Sache so vorstellen wie eine Glocke aus Panzerglas, die Sie sich im Bedarfsfall überstülpen. Sie sehen und hören alles, aber es kann Ihnen nichts passieren. Verbinden Sie damit einen passenden Satz, den Sie sich im Bedarfsfall selbst vorsagen können. Wie etwa: "Ich bin in Sicherheit." Oder: "Das trifft mich nicht."

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