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Steffen Kampeter tritt Amt als BDA-Hauptgeschäftsführer an

Steffen Kampeter
Bild: Bundesministerium der Finanzen

Kampeter statt Göhner: Bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) wechselte zum 1. Juli der Hauptgeschäftsführer. Der Alte und der Neue auf dem einflussreichen Posten haben manches gemeinsam - und sind doch völlig unterschiedlich.

Mit Steffen Kampeter rückt ein Mann der schnellen und oft auch mal saloppen Worte auf einen zentralen Posten des deutschen Wirtschaftslobbyismus. Der 53-Jährige hat nach 26 Jahren im Bundestag sein Mandat niedergelegt und wechselt als neuer Hauptgeschäftsführer zur Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Er löst Reinhard Göhner ab, der sein Amt mit 63 Jahren abgibt. Es ist auch ein Mentalitätswechsel auf einer in der Öffentlichkeit wenig bekannten, dafür aber umso einflussreicheren Position.

Kampeter mit "klarem ordnungspolitischen Kompass"

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer würdigt Göhner als "eine arbeits- und tarifrechtliche Institution" und freut sich auf "einen würdigen Nachfolger" mit "klarem ordnungspolitischen Kompass". Die beiden Männer haben zwar deutliche Parallelen in ihren Biografien - aber noch mehr Unterschiede in ihrer Wesensart.

Göhner hat in seinen fast 20 Jahren als BDA-Geschäftsführer gezeigt, wie man wirkungsvoll und effizient Politik mitbestimmen kann - sei es mit scharfen Kommentaren gegen angeblich bürokratische Gängelungswut des Bundesarbeitsministeriums, sei es mit kompromissbereitem Konsenskurs an der Seite der Gewerkschaften. Der Jurist Göhner ist ein Freund der präzisen Formulierungen und kann lange knifflige rechtliche Details durchanalysieren. Der hemdsärmeligere Kampeter mag auch die großen Linien, die Pointen und hin und wieder spitze und flapsige Bemerkungen.

Vom Pferdeliebhaber zum Rockfan

Kampeter wie Göhner kommen aus Westfalen, ihre Geburtsorte Minden und Bünde liegen nur 30 Kilometer voneinander entfernt. Während Göhner dort eine private Pferdezucht besitzt, hat Kampeter andere Hobbys: Er liebt gutes Essen, guten Wein - und Led Zeppelin und AC/DC.

Dass Kampeter künftig qua Amt auch viel mit den Sozialpartnern auszuhandeln hat, schreckt den studierten Volkswirt nicht. Als Haushälter war er es gewöhnt, über die Parteigrenzen hinaus auf Ausgleich zu achten. "Zukünftig bin ich Lobbyist für die Soziale Marktwirtschaft", sagt Kampeter seiner Heimatzeitung, dem "Mindener Tageblatt", nun zum Wechsel.

Bestens vernetzt

Vernetzt sind beide bestens. Für den ehemaligen Staatssekretär bei Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beinhaltet der Wechsel auch ein Stück Kontinuität. Vielen seiner bisherigen Anliegen bleibt er treu, etwa wachstumsorientierter Politik. Zumindest könne es nicht schaden, "dass man Kenntnisse darüber hat, wie man politische Prozesse organisiert und wer die politisch Handelnden sind", sagt Kampeter.

Göhner war noch in seiner Zeit bei der BDA zehn Jahre für die CDU im Bundestag geblieben. Zwischen Kampeters Zeit als Politiker und Verbandsvertreter liegt nun ein klarer Schnitt.

Steffen Kampeter wurde bereits im Juni 2015 als neuer BDA-Hauptgeschäftsführer gewählt. In seiner Funktion als parlamentarischer Finanz-Staatssekretär wird Kampeter nun von Jens Spahn abgelöst.

dpa/Basil Wegener

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