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Personalchefs in neuen Ergo-Skandal verstrickt

Die Vorwürfe gegen Ergo nehmen kein Ende: So sollen Vertreter der Ergo-Versicherung nach Informationen des "Handelsblatts" für die Vermittlung von Betriebsrenten Schmiergeld an Personalchefs gezahlt haben. Nicht nur die Ergo-Mitarbeiter, sondern auch die Personalchefs haben sich damit der Bestechung schuldig gemacht.

Nach Aussagen von Augenzeugen wurden auf diese Weise allein beim Hannoveraner Bauunternehmen Papenburg AG von einem Personalchef 100 Verträge vermittelt. Pro Vertrag soll der Personalchef 100 Euro kassiert haben. Jedoch handelt es sich dabei keineswegs für einen Einzelfall. Das Handelsblatt zitiert Ergo-Mitarbeiter, die behaupten, dass die Zahlungen für Personalchefs keine Seltenheit waren, sondern es vielmehr zur gängigen Praxis gehöre. Das geht sogar so weit, dass sie in Schulungen bewusst instruiert worden seien: "Uns wurde auf Schulungen gesagt, wir sollten die Entscheider in den Firmen erst mal als Mitarbeiter einstellen, dann laufe das Geschäft wie geschmiert", zitiert die Wirtschaftszeitung einen Vertreter.

Prekär daran: Die Personalchefs sollen die Ergo-Vertreter teils sogar dazu ermuntert haben. "Man spricht ganz unverblümt", zitiert das Blatt einen Ergo-Spezialisten für Betriebsrenten. "Der Personalchef sitzt Ihnen gegenüber und sagt: Ich habe hier drei Angebote. Was habe ich davon, wenn ich das von Ergo nehme?"

Strafrechtler sehen derartige Praktiken kritisch. "Ein solches Vorgehen erfüllt den Straftatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr", zitierte das "Handelsblatt" den Strafrechtsspezialisten Jürgen Lubojanski. „Und auch der betreffende Personalchef begibt sich in das Lager der Betrüger, wenn er von Verträgen profitiert, die seine Mitarbeiter schlechter stellen als vorgesehen", so Lubojanski weiter.

 

Hinweis: Mehr zum Thema "Compliance" und dem Ergo-Skandal lesen Sie in der Ausgabe 8/2011 des Personalmagazins.

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