| Personalszene

Neuer Kodex für mehr Frauen in Aufsichtsräten

Neue Regeln sollen mehr Frauen und Ausländer an die Spitze deutscher Unternehmen bringen. Die Expertenkommission der Bundesregierung für gute Unternehmensführung («Corporate Governance») hat den freiwilligen Unternehmenskodex verschärft.

Um mehr Frauen und ausländische Experten in die Kontrollgremien der Aktiengesellschaften zu bekommen, sollen Aufsichtsräte künftig konkrete Ziele für ihre eigene Zusammensetzung nennen und in der Folge auch über die Umsetzung öffentlich berichten.

Den Aufsichtsräten wurde zudem aufgegeben, auch in den Vorständen und damit in der engsten Unternehmensführung für eine angemessene Berücksichtigung von Frauen zu sorgen. «In dem bevorstehenden Kampf um die besten Talente wäre die mangelnde Berücksichtigung von Frauen nicht nur schlechte Corporate Governance, sondern auch ein gravierender Nachteil im globalen Wettbewerb», erklärte der Kommissionschef und Commerzbank- Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller einer Mitteilung zufolge. Die Empfehlungen sind nicht bindend. Die Kommission berichtet aber regelmäßig, wie sie eingehalten worden sind.

Die seit nun über zehn Jahren andauernde Diskussion um die Möglichkeiten, den Anteil der Frauen in den Spitzenpositionen der Wirtschaft zu steigern, wurde durch entsprechende Gesetzesinitiativen in Norwegen, Spanien, Frankreich und den Niederlanden in den letzten Monaten auch in Deutschland wieder belebt. Neue personalpolitische Brisanz erhielt das Thema, als die Telekom Mitte März verkündete, sich zu einer eigenen Frauenquote im Mittel- und oberen Management zu verpflichten.

Aktuell

Meistgelesen