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| Nachruf Klaus Tschira

Der Vater des SAP-Personalkongresses

SAP-Mitbegründer Klaus Tschira ist Ende März in Heidelberg gestorben.
Bild: picture alliance / dpa, Fotograf: Fredrik Von Erichsen

Zum Tod von Klaus Tschira sind zahlreiche Nachrufe erschienen, die sein Lebenswerk würdigen. Im Vorfeld des diesjährigen SAP Personalforums sei daran erinnert, dass Tschira diese Veranstaltung bereits 1989 ins Leben rief und zu einem Forum für die HR-Branche machte.

In der Karriere von Klaus Tschira erfolgte der entscheidende Schritt im Jahr 1972: Zusammen mit Hans-Werner Hector, Dietmar Hopp, Hasso Plattner und Claus Wellenreuther gründete er die Firma Systemanalyse und Programmentwicklung – kurz SAP, die rasch eine Marktlücke in der gerade entstehenden Softwarelandschaft entdeckte: Eine Standardsoftware für die Lohnabrechnung und Finanzbuchhaltung in Unternehmen. Innerhalb von zwei Jahrzehnten gelang es den Gründern aus dieser Idee einen Weltkonzern zu schmieden, der 1988 an die Börse ging.

Zentraler Treffpunkt für HR-Verantwortliche

Schon zu Beginn der 80er Jahre initiierte Tschira, der für das Thema "HR" zuständig war, sogenannte HR-Arbeitskreise für Bestandskunden, um Feedback von Kunden einzuholen und die Software weiterzuentwickeln. Aus diesen Arbeitskreisen wurden zunächst Info-Tage und 1989 der erste "SAP-Kongress für das Personalmanagement", der mit 300 Teilnehmern in Heidelberg stattfand. Dieser Kongress, der bald nach Karlsruhe umzog, entwickelte sich rasch zu dem zentralen Treffpunkt für HR-Verantwortliche, die den Austausch über HR- und IT-Themen suchten. Zeitweise handelte es sich um den größten Kongress für Personalverantwortliche, der mehr Teilnehmer als Verbandsveranstaltungen einsammeln konnte. Mit großer Leidenschaft und viel Geld trieben Klaus Tschira und Rainer Kaiser, der als seine rechte Hand Vertriebschef für HR war, die Entwicklung des Kongresses voran, dessen Abendprogramm teilweise spektakuläre Höhepunkte bot. Das SAP Personalforum in Stuttgart, das am 21. April 2015 seine Türen öffnet, steht – wenn auch mit vermutlich weniger Leidenschaft und Investition – in dieser Tradition.

"Lebenslange Leidenschaft in unzählige Projekte gegossen"

Der Börsengang der SAP und der Markterfolg machte Klaus Tschira – wie fast alle Gründer – zu Milliardären. Klaus Tschiras Vermögen wurde auf acht Milliarden Dollar geschätzt. Einen Großteil davon setzte er ein, um sich als Mäzen und Förderer zu engagieren. Der gebürtige Freiburger, der in Karlsruhe Physik studiert hatte, machte sich vor allem in der Förderung der Wissenschaften einen großen Namen. "Klaus Tschira war ein Mäzen, der seine lebenslange Leidenschaft für die Naturwissenschaften in unzählige Projekte gegossen hat", sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Er sei stets unprätentiös und auf die Sache konzentriert gewesen. "Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Seine prägenden Beiträge für die Wissenschaft werden wir sehr vermissen", sagte Bauer.

Haufe Online Redaktion

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