06.06.2011 | Personalszene

Korruption ist in vielen Märkten nach wie vor Routine

Wer glaubt Bestechung und Korruption seien in Europa eher selten, der irrt. Denn europaweit sind 62 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass Bestechung und Korruptionspraktiken in ihrem Land weit verbreitet sind.

Insbesondere, wenn es ums Business geht, scheinen alle Mittel recht. So gaben mehr als ein Drittel der befragten Mitarbeiter quer durch Europa an, darauf vorbereitet zu sein, Geldgeschenke oder Unterhaltung anzubieten, um mehr Geschäfte zu gewinnen.

"Nach wie vor scheint es in Europas Unternehmen Usus zu sein, Geldgeschenke oder Entertainment als Mittel zu benutzen, um mehr Business zu machen", interpretiert Martin Schwarzbartl, Geschäftsführer und Leiter der Ernst & Young Fraud Investigation & Dispute Services in Österreich, die Ergebnisse des aktuellen European Fraud Survey 2011 des Beratungsunternehmens Ernst & Young. 

Jedoch ist nicht in jedem Land die Bereitschaft zur Bestechung gleich hoch: Während etwa Mitarbeiter in Griechenland (44 Prozent) und Russland (39 Prozent) am ehesten bereit sind, mit Geldbeträgen zu bestechen, sind die Norweger kaum dazu bereit (6 Prozent).

Häufig mangelt es auch an fehlender Aufklärung und Mitarbeiterschulungen. So sind rund die Hälfte der Befragten der Studie zufolge nicht einmal die Anti-Bestechungsregeln ihres eigenen Unternehmens bewusst.

 

Über die Studie

Für die Ernst & Young European Fraud Survey 2011 wurden im Zeitraum vom Januar bis Februar 2011 insgesamt 2.365 Interviews in 25 Ländern Europas durchgeführt. Befragt wurden Mitarbeiter und Führungskräfte aller Ebenen in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. 58 Prozent davon fanden mit Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten statt. Deutschlandweit wurden 105 Interviews durchgeführt. 

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