07.09.2011 | Personalszene

Knigge im Beruf: Dumme Sprüche nicht gleich kontern

Wenn Kunden, Kollegen oder Geschäftspartner geschmacklose Scherze machen, kann das betretenes Schweigen auslösen. Aber soll man bei Sprüchen, die nicht politisch korrekt sind, sofort reagieren? "Man sollte dann jedenfalls nicht gleich entrüstet davonlaufen", rät der Etikette-Experte Hans-Michael Klein aus Essen.

"Gute Miene zum bösen Spiel zu machen, ist auch eine Kulturtechnik." Ein Gesichtspunkt sei beispielsweise, ob die Äußerung scherzhaft gemeint sein soll. "Hat man dagegen das Gefühl, es ist eindeutig eine Grenze überschritten, habe ich auch das Recht, das anzusprechen." Die Höflichkeit gebiete nicht, zu allem zu schweigen, erläutert der Vorsitzende der Deutschen Knigge Gesellschaft.

"Ich soll mich aber nicht echauffieren und den anderen nicht zurechtweisen." Eine mögliche Reaktion könne dann sein, höflich zu sagen: "Das geht nun doch eindeutig in die rechte Ecke." Wenn jemand das Gefühl hat, ein anderer äußere eine schwer akzeptable Meinung, kann er auch einfach buchstäblich auf Distanz gehen: "Ich kann mich von dem Betreffenden ja fernhalten, so wie von jemandem, der schlecht riecht", sagt Klein.

Als unhöflich gilt allerdings, einen anderen öffentlich zurechtzustauchen. "Wenn ich jemanden zum Beispiel hässlich finde, darf ich ihn das nicht spüren lassen." Ähnlich sei es auch, wenn jemand Dinge sagt, die man als degoutant empfindet.

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