02.02.2012 | Personalszene

Jeder zweite Deutsche würde lieber von zu Hause aus arbeiten

Jeder zweite Deutsche würde von zu Hause oder einem anderen Ort als seinem Büro aus arbeiten, wenn er das Angebot von seinem Arbeitgeber bekäme. Das geht aus einer aktuellen Studie von Ipsos hervor.

Damit liegen die Deutschen unter dem globalen Durchschnitt von 62 Prozent. Nur in Japan, Schweden (beide 38 Prozent), Großbritannien (40 Prozent), den USA (44 Prozent), Kanada (47 Prozent) und Australien (48 Prozent) würden weniger Befragte das Angebot der Home-Office-Arbeit annehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Ipsos-Umfrage, die in 24 Ländern im Auftrag von Thompson Reuters News Service insgesamt 18.682 Teilnehmer zu ihrer Meinung zur "Telearbeit" befragt hat.

 

Nur jeder zehnte Deutsche nutzt das Home-Office bereits

Als Telearbeit bezeichnet man das Arbeiten von zu Hause oder einem anderen Ort via E-Mail, Telefon oder Videotelefonie. Weltweit nutzen 35 Prozent der Befragten diese Art des Arbeitens. Vor allem in Indien ist das Home-Office sehr populär. Acht von zehn Befragten (82 Prozent) gaben an, regelmäßig auf diese Art zu arbeiten, 32 Prozent von ihnen arbeiten sogar nur von zu Hause. Auch in Indonesien (71 Prozent), Mexiko (58 Prozent), Südafrika (56 Prozent) und der Türkei (56 Prozent) findet die Telearbeit regelmäßig Anwendung.

Schlusslicht in Sachen Home-Office ist Ungarn (8 Prozent). Aber auch in Deutschland und Frankreich (beide 12 Prozent) arbeitet nur etwa jeder Zehnte regelmäßig von zu Hause. Erstaunlich, wenn doch zwei von drei Befragten (65 Prozent) weltweit glauben, dass Arbeitnehmer, die die Telearbeit nutzen produktiver sind, als die Kollegen im Büro. Auch in Deutschland stimmen 62 Prozent der Befragten dieser Aussage zu. Allein in Japan herrscht die Meinung vor, dass die Arbeit im Büro effektiver ist (56 Prozent).

 

Vorteil der Telearbeit: Berufstätige Frauen mit Kindern können weiter arbeiten

Die Vorteile von Telearbeit sehen die Befragten weltweit vor allem darin, dass sie Frauen ermöglicht weiterzuarbeiten, anstatt zeitweise oder sogar komplett aus der Arbeitswelt auszuscheiden, um Kinder großzuziehen (83 Prozent). Außerdem verringere das Home-Office den Zeitaufwand und den Stress, um zum Arbeitsplatz zu gelangen (83 Prozent) und verbessere die Work-Life-Balance (78 Prozent).

Etwa zwei von drei Befragten weltweit (62 Prozent) denken allerdings auch, dass die Telearbeit den betroffenen Arbeitnehmern das Gefühl gibt, sozial isoliert zu sein, wenn sie ihre Kollegen nicht jeden Tag persönlich sehen. In Indien (78 Prozent), Saudi Arabien (78 Prozent), Frankreich (75 Prozent) und Schweden (75 Prozent) empfinden die meisten Teilnehmer diese Aussage als wahr. In Deutschland stimmt dieser Aussage dagegen nur die Hälfte der Befragten zu (52 Prozent).

Nachteilig sieht etwa die Hälfte der Befragten weltweit auch, dass das Home-Office die Chance auf eine Beförderung verringern könnte (56 Prozent) und dass die Arbeit von zu Hause, Streit in der Familie auslöse, da die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen (53 Prozent).

 

Quelle: ipsos

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