An der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) in München wird der Executive HR-Master, kurz: "HRM-Master", eingestellt. Bild: Corbis

Der Executive Master in Human Resource Management – kurz HRM-Master – an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München wird eingestellt. Laut dem Studiengangsleiter ist dafür sowohl eine zu geringe Teilnehmerzahl als auch eine schwierige HR-Szene verantwortlich.

Die Gründe für die Einstellung des Studiengangs lägen sowohl in der zu geringen Nachfrage als auch in seinen persönlichen Präferenzen, erklärt Professor Ingo Weller, Direktor des Institute for Human Capital für Personalwirtschaft an der LMU und für den Studiengang verantwortlich.

Renommierte Professoren als Dozenten

Der berufsbegleitende Studiengang startete erstmals 2011 in Kooperation mit der HR Alliance und dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und sollte eine "Top-Weiterbildung für exzellente HR-Professionals" in Deutschland bieten. Maßgeblich initiiert wurde der Master von Thomas Sattelberger und der HR-Alliance.

Unterrichtet wurde das Programm von knapp 20 renommierten Professoren anderer Universitäten und Hochschulen aus dem deutschsprachigen Raum, darunter Torsten Biemann von der Universität Mannheim, Dirk Sliwka von der Universität zu Köln oder Isabell Welpe von der TUM School of Management.

Über ein Tandem-Konzept wurden zudem hochkarätige Vertreter aus der Praxis in die Kurse eingebunden. Außerdem gab es einen Beirat, der sich aus führenden Köpfen der Personalszene zusammensetzte und für die Aktualität und Praxisnähe des Studiengangs sorgen sollte.

Fünf Durchgänge mit jeweils rund 15 Teilnehmern

Seit 2011 gab es fünf Durchgänge mit durchschnittlich 15 bis 16 Teilnehmern. Bereits 2016 wurde das Programm ausgesetzt, weil es zu wenig Teilnehmer gab. Zwar sei der Studiengang nicht defizitär gewesen, dennoch sei man nach reiflicher Überlegung zu der Entscheidung gekommen, den Master künftig nicht mehr anzubieten, erklärt Professor Weller.

Auch wenn er kein negatives Wort über die Teilnehmer und Unternehmen verlieren wolle, sei man mit der Entwicklung nicht zufrieden gewesen. Dabei habe er persönlich die HR-Szene auch als schwierig wahrgenommen. Sein Eindruck sei es, dass man sich dort schwertue, sich selbst Ressourcen für die Weiterbildung zuzuteilen.

Viele Anfragen, aber auch viele Absagen

So habe man zwar stets viele Anfragen bekommen, doch wer sich letztlich auch anmeldet (und die Zulassungskriterien erfüllte), habe man immer erst kurz vor dem Bewerbungsschluss gesehen. Und selbst dann sei nicht sicher gewesen, ob die zugelassenen Teilnehmer auch wirklich anfangen.

"Da hat man 18 Zusagen, und dann sagen acht wieder ab und wir müssen den Studiengang für zehn Teilnehmer durchführen", erklärt der LMU-Professor. Da habe er ein moralisches Problem, wenn er so mit Steuergeldern umgehe und das passe auch nicht zu einer forschungsorientierten Uni wie der LMU. "Das war für mich eine sehr unbefriedigende Situation", so der akademische Leiter des HR-Master.

Fakultät musste die Kosten tragen

Denn anders als bei Hochschulen, wo die Executive Education in eine gemeinnützige GmbH ausgelagert ist, musste die Fakultät die Kosten tragen. "Wir hätten daher entweder deutlich höhere Bewerberzahlen oder langfristige Partnerschaften mit Unternehmen benötigt", so Weller. Doch beides sei nicht machbar gewesen.

Der Studiengang stand von Anfang an unter keinem guten Stern. So wurde der Start mehrmals verschoben. Ursprünglich sollte es ein MBA mit Schwerpunkt in Personalmanagement an der Universität der Bundeswehr in München werden. Dann wurde es – vor allem aufgrund der Intervention von Thomas Sattelberger - ein "Executive Master of Leadership in Human Resource Management", der 2009 an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt beginnen sollte. Dort wurde der Start zunächst auf 2010 verschoben - angeblich mangels Teilnehmern - und schließlich ganz abgesagt. Grund soll die Hinhaltepolitik der Katholischen Universität in Bezug auf die Eingliederung des Studiengangs in die Universitäts-Struktur gewesen sein.

Im Jahr 2011 wurde das Programm als "Executive Master in Human Resource Management" dann erstmals an der LMU angeboten.

Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, Studium

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