28.04.2011 | Personalszene

Fachkräftemangel: Neue Kommission will Zuwanderungskonzept für Hochqualifizierte vorlegen

Eine neue Arbeitsgruppe unter der Leitung von Ex-Verteidigungsminster Peter Struck (SPD) und dem früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) will ein parteiübergreifendes Konzept für die gesteuerte Zuwanderung von Hochqualifizierten entwickeln.

Ein parteiübergreifendes Konzept für die gesteuerte Zuwanderung von Hochqualifizierten hat sich eine neue Arbeitsgruppe zum Ziel gesetzt. Der Reformvorschlag soll dem absehbar stark zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Er soll im Bundestag und Bundesrat mehrheitsfähig sein und bis Oktober vorliegen.

 

"Zuwanderungsgesetz hat zu hohe Hürden"

Das Gremium firmiert unter dem Namen "Hochrangige Konsensgruppe Fachkräftebedarf und Zuwanderung" und wurde von einem Konsortium aus fünf großen Stiftungen initiiert. Neben dem beiden Vorsitzenden gehören neun weitere Politiker aus Union, SPD, FDP und Grünen sowie je ein Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften zu der Konsensgruppe. Aus Sicht der "Konsensgruppe" hat das Zuwanderungsgesetz von 2005 zu hohe Hürden für Hochqualifizierte aus sogenannten Drittstaaten errichtet. Dies zeige sich darin, dass zwischen 2007 und 2009 nur 363 von außerhalb der EU nach Deutschland gekommen seien. In Großbritannien seien es in der Zeit 15.530 gewesen.

 

Struck: "Einkommensgrenze senken"

Struck sprach sich dafür aus, die für ausländische Spezialisten vorgesehene Einkommensgrenze von 66.000 Euro im Jahr "deutlich" zu senken. In der "Konsensgruppe" sollen alle Varianten für Zuwanderung auf den Tisch kommen, einschließlich eines Punktesystems. Konkrete Vorschläge sollen bis Herbst vorliegen.

 

Schlechtes Klima für Zuwanderung in Deutschland

Laschet kritisierte, das Klima für Zuwanderung habe sich nach der Migrationsdebatte im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert. "Wir tun so, als ob Millionen vor der Tür stehen und wir jetzt aussuchen könnten." Tatsächlich tobe um die besten Köpfe ein weltweiter harter Wettbewerb. Deutschland sei darauf nicht vorbereitet. Struck erwartet von der am 1. Mai beginnenden vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU, dass "eher gering qualifizierte Menschen" nach Deutschland kommen. Laschet ergänzte, "die Besten" seien längst in anderen Ländern.

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