09.06.2011 | Personalszene

EHEC: Betriebsärzte bieten Unternehmen konkrete Hilfe

Durch die aktuellen EHEC-Fälle sind sachliche Informationen und Prävention im Privaten wie auch im Arbeitsalltag gefragt. Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) gibt Tipps, was Unternehmen und Arbeitnehmer jetzt beachten müssen.

Neben allen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts haben Maßnahmen der persönlichen Hygiene oberste Priorität – das gilt auch in Betriebskantinen und an Arbeitsplätzen. "Arbeitgeber und Mitarbeiter sind jetzt im betrieblichen wie privaten Umfeld zur Prävention aufgefordert", sagt Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

 

Symptome einer EHEC-Infektion

Doch woran erkennt man eine mögliche Infektion? Grundsätzlich erkrankt nicht jeder, der sich mit dem EHEC-Erreger infiziert, auch zwangsläufig. Die Anzeichen einer Ansteckung können unbemerkt bleiben oder mit leichten bis schweren Beschwerden einhergehen.

Zu den Symptomen gehören wässriger oder blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei wenigen Infizierten kommt es etwa nach einer Woche zu dem schweren Krankheitsbild eines hämolytischurämischen Syndroms (HUS) mit lebensbedrohlicher Funktionsstörung der Niere, so dass intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich werden.

 

Der Betriebsarzt: Erster Ansprechpartner im Notfall

Wer sich nicht wohl fühlt und unsicher ist, sollte auf jeden Fall zunächst seinen Betriebsarzt aufsuchen. "Uns ist es lieber, die Mitarbeiter kommen bei dem kleinsten Verdacht, auch wenn der sich nicht bestätigt. So können wir im Fall einer Erkrankung sofort reagieren und verhindern, dass sich die Krankheit im Unternehmen ausbreitet", erklärt Panter.

Generell ist es die Aufgabe des Betriebsarztes, über das Infektionsgeschehen zu informieren, verantwortliche Akteure und Beschäftigte im Betrieb sowie Kräfte in Küchen und Kantinen zu beraten, Aushänge zu erstellen, offizielle Empfehlungen im Betrieb umzusetzen und die epidemiologische Entwicklung zu beobachten.

 

Prävention – Vorbeugen ist oberstes Prinzip

Der Verband appelliert, sich bei der Erarbeitung gemeinsamer Vorsorgemaßnahmen an die Regeln des Robert-Koch-Instituts zu halten. "Um einer Infektion vorzubeugen, gelten viele Verhaltensregeln im beruflichen Alltag wie im Privatleben.

Dazu gehören einfache und effektive Hygienemaßnahmen: Jeder kann sich durch regelmäßiges, gründliches Händewaschen – insbesondere vor dem Essen – und den vorsorglichen, vorübergehenden Verzicht auf Verzehr von rohen Tomaten, Gurken, Salat und Sprossen schützen", so Panter. "Da der Erreger über mit Tierkot verunreinigte Lebensmittel übertragen wird, ist Hygiene auch bei der Zubereitung von Speisen oberstes Gebot. Außerdem empfehlen wir, die Toiletten in allen Betriebenregelmäßig und gründlich zu reinigen."

 

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