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| Nachruf

Zum Gedenken an Eduard Gaugler

Prof. Dr. mult.h.c. Eduard Gaugler
Bild: Privat

Professor Eduard Gaugler ist verstorben. Der international anerkannte Experte für Personalwesen und Arbeitswissenschaft war lange Zeit an der Universität Mannheim tätig. Professor Dieter Wagner fasst in einem Nachruf seine große Bedeutung für die Personalarbeit zusammen.

Mit tiefer Trauer nehmen wir zur Kenntnis, dass Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Eduard Gaugler am 12. April 2014 verstorben ist. Wir verneigen uns vor einer großen, prägenden Persönlichkeit und einem herausragenden Wissenschaftler.

Bis zu seiner schweren Erkrankung nahm Eduard Gaugler regen Anteil an der Entwicklung des Personalmanagements und der Betriebswirtschaftslehre im In- und Ausland. Er beteiligte sich stets mit präzisen Analysen und vorausschauenden Überlegungen. Dabei verfügte er über einen herzlichen Humor. Bei jeder konstruktiven Kritik stand die Sache stets im Vordergrund. Insofern war er immer fair und ausgewogen, fest auf der Basis eines humanitären, christlich geprägten Menschenbilds stehend.

Der Universität Mannheim lange verbunden

Eduard Gaugler studierte, promovierte und habilitierte an der Universität München. Sein akademischer Lehrer war Guido Fischer, einer der beiden Gründer der späteren Fachzeitschrift "Personal". Nach der Übernahme der ersten ordentlichen Professur an der Universität Regensburg wurde er 1972 an die Universität Mannheim berufen, der er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1996 und auch danach verbunden blieb.

Eduard Gaugler war ein akademischer Lehrer hohen Rangs. Als Ehrenmitglied des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. hatte er auch international einen exzellenten  Ruf und verfügte über ausgezeichnete Kontakte nach Asien, insbesondere nach Japan und Südkorea.

Für die Verbindung von Theorie und Praxis eingesetzt

Als Mittler zwischen Theorie und Praxis war er seit 1949 der Zeitschrift "Mensch und Arbeit" verbunden, die 1968 in "Personal" umbenannt wurde. In diesem langen Zeitraum unterstützte er kontinuierlich die Schriftleitungen als Fachautor, Berater  und als Herausgeber. Im Fokus seiner Überlegungen stand stets die Übertragung neuester Erkenntnisse der personalrelevanten Forschung auf die Praxis der Personalarbeit. Dabei bestimmten Grundsätze der katholischen Soziallehre ebenso seine Überlegungen wie die Gedanken der Mitbestimmung und der Partnerschaft im Betrieb.

Eduard Gaugler beherrschte souverän alle Teilbereiche der Personalwirtschaftslehre bis weit in arbeitswissenschaftliche Überlegungen hinein und in die Welt der industriellen Arbeitsbeziehungen. Dabei übernahm er zeitweilig führende Positionen in allen einschlägigen Fachvereinigungen.

Als Herausgeber die Zeitschrift "Personal" geprägt

Er war nicht nur der Nestor des akademischen Fachs "Personal" in Deutschland. Er bestimmte auch  über viele Jahre als Herausgeber die redaktionellen Leitlinien der Fachzeitschrift "Personal", der ältesten Zeitschrift für das Human Resource Management in Deutschland, maßgeblich mit. Zusammen mit Ernst Zander durfte ich seit 1997 als Herausgeber mitwirken, seit 2003 als Schriftleiter, letzteres zusammen mit Ruth Lemmer. Die Fachzeitschrift "Personal" war ein bedeutender Bezugspunkt seines Wirkens. Dabei hat er sich wichtigen Weichenstellungen des Fachs ebenso wie unternehmerischen Notwendigkeiten nie verschlossen. Dies galt nicht zuletzt für die Neuausrichtung in das Wissenschaftsjournal "Personal Quarterly", das im Zuge des Überganges von der Handelsblatt- auf die Haufe-Gruppe erfolgte und dem er als Ehrenherausgeber verbunden blieb.

Wir verneigen uns vor einer großen, prägenden Persönlichkeit und sind stolz, so viele Jahre mit Eduard Gaugler zusammengearbeitet zu haben.

Dieter Wagner (Im Namen der Herausgeber, der Schriftleitung und des Verlages der "Personal Quarterly")

Haufe Online Redaktion

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