Economist MBA-Ranking 2019: US-Schulen dominieren erneut

Das britische Wirtschaftsmagazin "Economist" hat sein neues MBA-Ranking veröffentlicht. Wie im Vorjahr dominieren die US-Schulen und stellen 17 der Top 20-Einrichtungen. Auffallend sind erneute die gravierenden Auf- und Abstiege etlicher Schulen.

Die Chicago Booth School of Business kann ihre Topposition im neuen Ranking des "Economist" erneut behaupten. Bewertet wurden die Vollzeit-MBA-Programme. Auf Platz 2 folgt die Harvard Business School, die sich damit um einen Platz verbesserte.

Der große Aufsteiger ist die HEC Paris, die sich um zehn Plätze verbessert und auf dem dritten Platz landet. Zusammen mit der spanischen IESE Business School auf Platz 10 (Vorjahr Platz 6) ist sie die einzige europäische Schule, die es unter die Top 10 schafft. SDA Boccconi erreicht 13 und gewinnt elf Plätze. Damit liegt die Mailänder Schule neun Plätze vor INSEAD auf Platz 22. Die London Business School – die neben INSEAD als eine der besten Schulen in Europa gilt – kommt nur auf Platz 25.

Mannheim Business School nur auf Platz 44

Beste deutsche Schule ist die Mannheim Business School auf Platz 44 (Vorjahr Platz 42), gefolgt von der ESMT Berlin auf Platz 65, die damit neun Plätze schlechter als im Vorjahr abschneidet. Die WHU - Otto Beisheim School of Management verbessert sich um neun Plätze und kommt auf Platz 76. Die HHL - Leipzig Graduate School of Management erreicht Platz 81 (Vorjahr 77). Die Universität St.Gallen belegt erneut Rang 92.

Fragwürdige Platzierungen und krasse Auf- und Abstiege

Das Economist-Ranking ist bekannt für seine teils fragwürdigen Platzierungen und berüchtigt für seine großen Auf- und Abstiege. So gibt es bei 19 Schulen einen Auf- oder Abstieg im zweistelligen Bereich. Besonders hart hat es diesmal die University of Hong Kong getroffen, die gleich 28 Plätze schlechter abschneidet als im Vorjahr und auf Rang 67 fällt. Da sich die Qualität eines MBA-Programms innerhalb eines Jahres in der Regel nicht gravierend ändert, liegt das vor allem an der fragwürdigen Metholodogie der Rangliste.

Etliche Schulen sind ganz aus dem Ranking gefallen wie die Audencia Business School in Frankreich (Vorjahr Platz 90). Und mit 35 Schulen gibt es eine lange Liste von Schulen, die die Voraussetzungen (etwa fehlende Akkreditierung oder zu geringe Klassengröße) nicht erfüllen, oder ihre Teilnahme verweigert haben. Darunter sind zahlreiche renommierte Business Schools wie das Babson College, die CEIBS in Shanghai, die Copenhagen Business School, die Henley Business School, die Hong Kong University of Science and Technology, die Imperial College Business School, die Manchester Business School und die Rotmann School of Management an der University of Toronto.

Auffallende Dominanz der US-Schulen

Auffallend ist die Dominanz der US-Schulen. Sie belegen 17 der 20 Toppositionen. Grund dafür dürften vor allem die Bewertungskriterien sein. Denn 35 Prozent macht die Öffnung neuer Karrieremöglichkeiten aus. In den USA dauern die MBA-Programme zwei Jahre und das mehrmonatige Praktikum nach dem ersten Jahr verbessert die Chancen für neue Karrieremöglichkeiten deutlich mehr als dies bei einjährigen Programmen – wie sie in Europa dominieren – der Fall ist, wo für längere Praktika schlichtweg keine Zeit ist. Das gilt vor allem für Karrierewechsler, die in eine völlig andere Funktion oder Branche umsteigen wollen.

Ebenfalls 35 Prozent entfallen auf die persönliche Entwicklung und die Bildungserfahrung (Qualität der Professoren, GMAT-Wert und Diversität der Klasse). Mit 20 Prozent wird der Gehaltsanstieg bewertet und zehn Prozent entfallen auf das Netzwerk-Potential. Trotz erheblicher Zweifel an seiner Aussagekraft gilt das Economist-Ranking als eine der einflussreichsten globalen Ranglisten.

Das vollständige Ranking und weiter Informationen finden Sie hier.


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