26.07.2011 | Personalszene

Dritte Antwort auf den Fachkräftemangel: "Brain Circulation" vorantreiben

Politik und Wirtschaft wünschen sich mehr hochqualifizierte Migranten in Deutschland – und müssen sich gleichsam sorgen nicht weiter eigene Fachkräfte an das Ausland zu verlieren. Unter dem Stichwort "Brain Circulation" zeigt die Boston Consulting Group zusammen mit dem Weltwirtschaftsforum in einer Studie auf, wie eine nachhaltige Antwort auf den Fachkräftemangel aussehen kann.

Mehr und mehr zeichnet sich der Trend ab, dass High Potentials nicht länger an einem Ort verweilen. Sie zieht es zunehmend in die Ferne. Dieser gefürchtete Braindrain trifft längst nicht mehr nur auf die Entwicklungs- und Schwellenländer zu, auch die Industrienationen sind davor nicht gefeilt. Jedoch gibt es einen Ausweg: "Brain Circulation". Gemeint sind damit, dass qualifizierte Fachkräfte im Ausland nur für einen bestimmten Zeitraum leben und arbeiten und danach wieder in die Heimat zurückkehren beziehungsweise in ein anderes Land weiterziehen.

 

Vom Wissen der Expatriates profitieren

Die Wirtschaft und die Unternehmen können von dem erworbenen Wissen der Expatriates und den neu entstandenen Netzwerken nur profitieren, vorausgesetzt sie kehren zurück und sind bereit, ihr Wissen zu teilen. Dafür müssen die Staaten attraktiv für die international flexiblen Talente sein. Lebensqualität, Sicherheit, eine gute Gesundheitsversorgung sowie eine geringe Verbrechens- und Korruptionsrate sind nur einige Beispiele. Wichtig ist zudem, dass die Heimatländer aktiv den Kontakt zu ihren Expatriates aufbauen und halten.

 

Praxisbeispiel: Brain-Circulation-Initiativen

Indien gehört dabei zu den Vorreitern. Für die 25 Millionen im Ausland lebenden Inder wurde extra ein Ministerium gegründet, das sich für den Kontakt und Austausch mit indischen Expatriates engagiert. Zum Angebot gehören beispielsweise Stipendien und Ausbildungsprogramme, ein "Know-India-Programm" für Kinder sowie Awards für indischstämmige Personen, die sich in einem Feld besonders hervorgetan haben.

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