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DIW-Studie: Arbeitnehmerlöhne in zehn Jahren kaum gewachsen

Die Jahre 2000 bis 2010 waren für die Arbeitnehmer ein "verlorenes Jahrzehnt" - das ist zumindest die Ansicht von Experten des Berliner Instituts DIW. Demnach waren die Lohnzuwächse zu gering, um die Inflation auszugleichen.

Von 2000 bis 2010 sanken laut DIW die Stundenlöhne brutto im Durchschnitt um 2,3 Prozent. Betrachtet man die Nettolöhne, so steigen sie in dem Zehnjahreszeitraum um 1,4 Prozent. Dabei machten sich positive Effekte bei Steuern und Sozialabgaben bemerkbar, die aber gegenüber der Inflationsrate zu gering sind.

 

Monatliche Einkommen mit sinkender Tendenz

Die Entwicklung bei den monatlichen Einkommen sieht nach den Ergebnissen des DIW teilweise noch ungünstiger aus. Dabei kommt der Trend zur Teilzeitarbeit zum Tragen, der den Durchschnittsverdienst in der Statistik drückt. Gemessen an der Kaufkraft hat sich das Bruttomonatseinkommen von Angestellten seit 2005 im Durchschnitt um sieben Prozent reduziert, wie die Forscher errechneten. Sie verwiesen aber auch auf eine gegenläufige Entwicklung: Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 33,4 auf 35,3 Millionen Menschen.

 

Entwicklung der Tariflöhne ist positiver

Die Industriegewerkschaft Metall wies darauf hin, das die Entwicklung der Tariflöhne "deutlich besser" aussehe. Und diese hätten für 61 Prozent aller Beschäftigten Gültigkeit. So seien die Tarifentgelte in der Metall- und Elektroindustrie im Zeitraum 2000 bis 2011 um 32,5 Prozent gestiegen.

 

Rahmendaten der DIW-Studie

Für die Berechnungen des DIW wurden im Wesentlichen die Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) verwendet, die von TNS Infratest per regelmäßiger Haushaltsbefragung erhoben werden. Diese Befragung umfasst auch Teilzeitarbeit, Zeitarbeit und befristete Verträge.

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