02.03.2012 | Personalszene

Deutsche Post: Ärger durch "Mobbing-Leitfaden"

Nicht selten wird der Vorgesetzte selbst zum Mobbing-Täter. Die Gründe sind vielfältig. Häufig geht es dabei aber darum, Mitarbeiter zu disziplinieren und zur Leistung anzutreiben – wie auch im aktuellen Fall der Deutschen Post. Das Magazin "Stern" zitiert aus einem internen Papier, in dem recht zweifelhafte Maßnahmen im Umgang mit Low Performern genannt werden – Vorwürfe, die die Post nun weit von sich weist.

Kurz nach Bekanntwerden dieses "Mobbing-Leitfadens" hat sich der Konzern von den Inhalten sofort distanziert. Das Papier, in dem es um mangelnde Arbeitsmoral von Postboten und Leistungsdruck geht, sei bereits 2009 in einer einzelnen Niederlassung in Nordrhein-Westfalen entstanden, es sei aber nie zu einer Umsetzung oder Maßnahmen entlang der Vorschläge gekommen, sagte Post-Sprecher Dirk Klasen der Nachrichtenagentur dpa.

"Das Papier widerspricht eklatant unseren Grundsätzen des Umgangs mit Mitarbeitern. Davon distanzieren wir uns komplett." Die Überlegungen hätten im Unternehmen auch nie eine Rolle gespielt. Der verantwortliche Manager sei zudem versetzt worden, heißt es auf "Spiegel Online".

 

Papier identifiziert vier Problem-Typen

Laut dem "Stern" werden die Postboten in dem Papier in vier "Typen" eingeteilt: Typ eins etwa arbeitet "zuverlässig", aber "extrem langsam"; Typ zwei sei "uneinsichtig" und "beratungsresistent", kurz: "Motzbrüder" mit "negativer Grundeinstellung"; bei Typ drei handle es sich um "Sozialfälle", die für die Zustellung "ungeeignet" seien; Typ vier könne wegen seines "hohen Alters" den Schalter nicht mehr umlegen.

Um diese "auffälligen" Zusteller letztlich zu "bändigen", bedarf es besonderer "Maßnahmen": Zur Leistungssteigerung werde zum Beispiel empfohlen, etwa samstags und montags oder vor Feiertagen nie freizugeben oder Gespräche mit dem Ziel zu führen, Überstunden verfallen zu lassen - Methoden, die nicht ohne Grund Arbeitsrechtler auf den Plan rufen.

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