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Deutsche halten Arbeitsmarkt für ungerecht

Kaum ein Deutscher glaubt an Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Kritisiert werden vor allem ungleiche Aufstiegschancen und Löhne, zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Weniger als ein Drittel der Befragten sieht annähernd gleiche Aufstiegschancen und weniger als 40 Prozent sind der Ansicht, dass Leistung lohnt. 75 Prozent der Deutschen hält den Arbeitsmarkt insgesamt für unsicher. Dies belegt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft (Infas), das im Auftrag der Bertelsmann Stiftung 1.005 Personen zwischen dem 26. September und dem 28. Oktober 2011 befragt hat.

 

Ergebnisse im Überblick

 

Lohngerechtigkeit

96 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Wochenend- und Nachtarbeit besser bezahlt werden müssten. Die Mehrheit, nämlich 87 Prozent, fordern gleichen Lohn für Frauen und Männer. 82 Prozent sind für gleiche Arbeit und gleichen Lohn bei Leiharbeitern und Stammbelegschaften. 77 Prozent finden, dass "Denkarbeit" nicht besser bezahlt werden sollte als "Handarbeit".  

 

Arbeitsbedingungen

74 Prozent ist ein gutes Betriebsklima wichtiger als eine leistungsgerechte Bezahlung (35 Prozent). Ein sicherer Arbeitsplatz ist 11 Prozent wichtiger als die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (8 Prozent).

 

Alleinernährer-Modell dominiert

69 Prozent der Befragten geben an, dass ein Gehalt ausreichen sollte, um eine Familie zu ernähren.  

 

Sicherheit

75 Prozent der Deutschen finden den Arbeitsmarkt unsicher. Sie plädieren für die Koppelung der Leistungen der Arbeitslosenversicherung an die Länge der Beitragsjahre. Eine breite Zustimmung findet die bestehende hälftige Aufteilung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung durch Arbeitgeber und -nehmer.

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