26.11.2014 | Corporate Health Award 2014

Gesunde Unternehmen setzen auf Kennzahlen

Bild: Thomas Tratnik/EuPD RSM

Zum sechsten Mal haben die gesündesten Unternehmen Deutschlands den Corporate Health Award erhalten. Die Gewinnerkonzepte zeigen, dass Unternehmen das betriebliche Gesundheitsmanagement inzwischen wesentlich strategischer angehen und stärker auf aussagekräftige Kennzahlen setzen.

Der Corporate Health Award 2014 ging an Siegerunternehmen aus zehn Branchenkategorien und einer Sonderkategorie. In diesem Jahr haben sich 331 Unternehmen beworben – mehr als im Vorjahr. Initiatoren sind der Tüv Süd und EuPD Research Sustainable Management und das Handelsblatt.

Die Preisträger des Corporate Health Award 2014

Im Bereich Maschinenbau/Schwerindustrie konnte die Airbus Operations GmbH die Jury überzeugen. Das Unternehmen hat laut den Expertenbeirat eine vorbildliche Systematik zur Erfassung psychischer Belastungen mit Hilfe von Workshops und Einzelinterviews entwickelt. Die „exzellent strukturierte, kompetente Abteilung für Gesundheit und Prozessstrukturen“ sowie  der direkte Kontakt zur Geschäftsführung seien darüber hinaus die wesentlichen Erfolgsfaktoren des Preisträgers.

Die Emschergenossenschaft/ Lippeverband hat sich im Bereich Energie-/ Wasserwirtschaft durchgesetzt. Hier sei eine hohe strategische Stringenz und ein fest etabliertes Ziel- und Controlling-System vorhanden, begründet der Expertenbeirat diese Entscheidung. Das Unternehmen überzeuge zudem mit hohen Nutzungsraten und umfangreichen kostenlosen Check-ups für alle Beschäftigten.

Im Bereich Verkehr/Handel/Logistik hat die Fraport AG den Award erhalten für die laut Beirat sehr guten Steuerungsstrukturen, Projekt- und Arbeitsgruppen. Als feste Zielgröße werde die Senkung der AU-Tage bei den Auszubildenden definiert. Hier konnte die Fraport AG mit Ihrem Programm „FRAzubi-Fit“ punkten.

Der Konzern Deutsche Telekom AG hat den Preis im Bereich Dienstleistung/ IT/ Kommunikation erhalten. Die Gründe laut Beirat: Ein exzellentes Qualitätsmanagement und eine konsequente Einbindung des Gesundheitsmanagements als betriebliches Querschnittsthema sowie die transparente Darstellung aller relevanter Kennzahlen im „Cockpit Gesundheit“ inklusive der passgenauen Maßnahmenableitung daraus.

Unter den öffentlichen Verwaltungen hat sich die Landeshauptstadt München den Preis erkämpft. Sie besitze ein umfassendes Kennzahlensystem und Leistungen, die besonders gut auf die Beschäftigten abgestimmt seien, so das Urteil des Beirats. Das partizipative Delegationssystem in Form der Gesundheitskoordinatoren habe Vorbildcharakter für viele Unternehmen mit einer dezentralen Organisationsstruktur.

Als Mittelstandsunternehmen wurde die Neumüller Unternehmensgruppe mit dem Award ausgezeichnet. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Unternehmensgruppe zeichne sich besonders durch die vorbildliche Einbindung der Mitarbeiter aus, so der Beirat. Durch das Prinzip „offene Tür“ könne jeder Mitarbeiter direkt Ideen und Verbesserungsvorschläge der Geschäftsführung präsentieren. Des Weiteren werde das Thema „psychische Gefährdungen“ sehr ernst genommen.

Die Sandoz International GmbH Holzkirchen liegt im Bereich Chemie/Pharma vorne. Hier überzeugten die Jury der ganzheitliche Ansatz und die exzellente Kommunikation. Besonders hervorzuheben seien zudem die sehr umfangreichen, kostenfreien medizinischen Leistungen für alle Beschäftigten sowie die vorbildliche Einbindung der Vorstands- und Führungsebene. 

Im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen gewann die Schön Klinik. Sie habe ein durchgängiges, in fast allen Bereichen zertifiziertes QM-System etabliert, welches die nachhaltige Umsetzung der Gesundheitsorientierung sichere, wertet die Jury. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement sei in einem gut strukturierten und hervorragend lesbaren Handbuch zur Betrieblichen Gesundheit abgebildet und eines von insgesamt sechs strategischen Zielen des Klinikverbunds.

Den Award im Bereich Finanzen/ Versicherungen hat die Targobank AG & Co. KGaA erhalten. Hier zeichne sich laut Jury das betriebliche Gesundheitsmanagement durch ein ganzheitliches QM-System als Basis für eine durchgängige Gesundheitsorientierung mit klarer Zielsetzung und Kennzahlensystematik aus. Es entfalte durch die aktive Unterstützung und Vorbildfunktion des Vorstands, die Gesundheitslotsen und ein Gesundheitsmobil in der Fläche seine Wirkung.

Die Unilever Deutschland GmbH wurde im Bereich Konsumgüter/ Elektrotechnik/ Kleinteilproduktion ausgezeichnet. Das Unternehmen binde die Mitarbeiter vorbildlich in die Weiterentwicklung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ein, urteilt die Jury. Regelmäßig berichteten unter anderem BGM-Navigatoren direkt dem Vorstand über die Stimmung in einzelnen Bereichen. Des Weiteren werde bereits seit mehreren Jahren Kennzahlen zum Präsentismus und Sozialkapital erfasst.

Den Sonderpreis Gesunde Hochschule hat die Universität Paderborn laut Jury für die ganzheitlichen und besonders innovativen Ansätze zur Einbeziehung aller relevanten Zielgruppen erhalten. Die Universität Paderborn übernehme mit ihrem Gesundheitsmanagement eine Vorbildfunktion und sei damit ein Beispiel für andere Hochschulen in Deutschland. 

Schlagworte zum Thema:  Betriebliches Gesundheitsmanagement

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