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Ausbildungsmarkt: Beliebte Branchen überlaufen

Mehr Stellen, weniger Bewerber - und doch decken sich Angebot und Bedarf auf dem Ausbildungsmarkt nicht. Einige Branchen sind geradezu überlaufen, während andere dringend Nachwuchs suchen. Der DGB führt das Ungleichgewicht auf die schlechten Ausbildungsbedingungen in einigen Branchen zurück.

Nur jeder zweite Bewerber bekommt beim ersten Anlauf einen Ausbildungsplatz. Ein Grund dafür: Viele junge Menschen bewerben sich auf die wenigen Stellen in besonders beliebten Branchen. Dagegen suchen beispielsweise Unternehmen aus dem Hotel- und Gaststättenbereich händeringend Auszubildende.

Insgesamt zählte die Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende September 29.700 offene Lehrstellen und 11.600 suchende Bewerber. Der Überhang an Stellen wuchs damit seit 2010 von 7.300 auf 18.100. Beide Seiten müssten Kompromisse eingehen, sagte BA-Vorstand Raimund Becker: Die jungen Menschen müssten auch andere Stellen akzeptieren als ihre Traumjobs - im Gegenzug müssten die Unternehmen Bewerbern mit Defiziten eine Chance geben.

 

Beliebte Branchen mit besseren Ausbildungsbedingungen

"Viele Branchen, die lautstark über fehlende Auszubildende klagen, haben oft miese Ausbildungsbedingungen", erklärte dagegen die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Und tatsächlich suchen gerade die Branchen, die im Ausbildungsreport des DGB von den Azubis schlecht bewertet wurden - unter anderem das Hotel- und Restaurantgewerbe. Hier kommen nach Zahlen der BA zwölf beziehungsweise 17 offene Stellen auf einen Bewerber. Beim Verkauf von Lebensmitteln sind es sogar 24.

Umgekehrt gibt es etwa beim Veranstaltungsmanagement und bei den Innenarchitekten viermal so viele Stellen wie Bewerber. In der Tierpflege sind es sogar zehnmal so viele.

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